«War mir ja bekannt, dass man in Konstanz Richtung Norden umsteigen kann. Aber gleich bis Stansted?», schreibt ein User auf Twitter. Er sah am Freitag am Konstanzer Bahnhof einen sehr ungewöhnlichen Zug. Der Zug verkehrt normalerweise in London, zwischen dem Flughafen Stansted und Liverpool Street. Nun stand eine solche Komposition jedoch in Konstanz, unmittelbar neben seinem Cousin, einem Thurbo.

Auf Nachfrage bei der Deutschen Bahn in Stuttgart hiess es vorerst: «Was? Von so einem englischen Zug wissen wir nichts.» Doch sei dies bei über 500 privaten Eisenbahn-Verkehrsunternehmen nicht unüblich: «Bei uns kann eigentlich jeder mit seinem eigenen Zug herumfahren, sofern er die Trassenpreise bezahlt», sagte Werner Graf von der DB. Über einen Zug aus London am Konstanzer Bahnhof wunderte man sich dennoch. Schnell wurden Nachforschungen betrieben und an eine private Eisenbahngesellschaft verwiesen. Doch auch dort wusste man vorerst nichts vom Londoner Zug in Konstanz.

Auch in London selber wusste man vorerst nichts von einem Zug in Süddeutschland. Erst rätselte man bei der Telefonvermittlung, ob es sich um einen neu erschlossenen Streckenabschnitt handeln könnte. Nichts schien plausibel.

Erst eine Anfrage bei der Direktion des Bahnbetrieb-Unternehmens «Greater Anglia» verschaffte Klarheit: «Wir fahren nicht von Konstanz nach London - also doch schon, aber ohne Passagiere», erklärte Lucy Wright von Greater Anglia. «Der Zug wird in der Schweiz gebaut und dann überführt. Es kann vorkommen, dass die Züge an der Grenze warten müssen», sagt Wright. Das seltsame Bild der Londoner Züge werde sich in nächster Zeit wiederholen, da man bei der Firma Stadler mehrere solche Züge bestellt habe.