Martin Probst

Gerechnet hatte man mit dem Schlimmsten. «Sogar eine Absage konnten wir nicht ausschliessen», sagt Salon-Direktor Rolf Studer. Die Wirtschaftskrise hatte die Automobilbranche im Jahr 2009 hart getroffen. Viele Messen bekamen dies zu spüren. Ausstellungsflächen blieben leer und Neuheiten waren Mangelware. Doch die Befürchtung, dass auch Genf unter der Krise leiden könnte, erwies sich als falsch. «Das ist für uns ein grosser Vertrauensbeweis», sagt Studer.

Die Schweiz gilt als «neutraler Boden». Es gibt keine einheimische Autokonzerne, die auf der Messe politische Vorteile geniessen. Dies macht es für die Hersteller besonders interessant, in Genf Neuheiten zu präsentieren. Mehr als 140 Welt- und Europapremieren sind es in diesem Jahr - so viele wie in den besten Zeiten.

Tatsächlich macht sich in der Branche Optimismus breit. Die Hersteller sprechen von besseren Zeiten und blicken zuversichtlich voraus. Die Hoffnungen beruhen vor allem auf den neuen Märkten in Asien und Lateinamerika. Doch gerade in China wird die heimische Autoindustrie immer stärker. Mit BYD zeigt in Genf ein chinesischer Hersteller Elektrofahrzeuge, die bereits 2011 auf den europäischen Markt kommen sollen.
Die traditionellen Marken wollen diesen Trend nicht verschlafen. Auch sie zeigen ihre Konzepte der elektrischen Mobilität. Der Hybrid gewinnt zunehmend an Bedeutung und ein grüner Pavillon soll ein Umdenken anregen.