Fehlende Baubewilligungen in luftiger Höhe und fehlende Grillplätze im Tal, dafür eine alte aber gut funktionierende Mühle sowie zwar «nur» die drittgrösste, dafür aber die beste Metzgerei im Kanton. Das und noch viel mehr durften Chefredaktor Werner Schneiter und Gemeindepräsident Walter Ess aus der Gemeinde Stallikon im Kulturkeller La Marotte den etwas mehr als 50 Gästen vorstellen.

Von Martin Mullis

Peter Zürcher, Vorstandsmitglied des Kulturkeller La Marotte, begrüsste die Gäste indem er einen kleinen Rundgang im Schnellzugstempo durch Stallikon beschrieb. Von Schuhschachtel-Häuser, einer Schiffswerft auf der grünen Wiese, einer Dorfschmiede und einem veritablen Feuerwehrstützpunkt war da die Rede. Nicht unerwähnt blieben die vielen Flur- und Weilernamen, wie Diebis, Sellenbüren und natürlich der Üetliberg. Gemeindepräsident Walter Ess ergänzte die Ausführungen über Stallikon mit dem Bekenntnis, dass die Gemeinde nicht unbedingt weiter wachsen möchte. Zwar sei kein zweiter Ballenberg geplant, die «grüne Lunge» des Säuliamtes sollte jedoch durchaus erhalten bleiben.

Stallikon als grüne Lunge

Der Üetliberg als Stallikoner Hausberg war das erste Thema des Vorstellungsabends der Gemeinde Stallikon. Gesprächsleiter Werner Schneiter, Chefredaktor des «Anzeigers», bedauerte gleich zu Anfang ausserordentlich, dass der spannendste Gast des Abends nicht anwesend war. Eingeladen, aber infolge einer Terminkollision verhindert war Giusep Fry, Hotelier und Chef des Hotel Uto Kulm. So sah sich der Gemeindepräsident Walter Ess gezwungen, die kritischen Fragen sozusagen stellvertretend für den «Üetliberg-König» zu beantworten. Die Frage des Gesprächsleiters, ob denn Giusep Fry von den Gemeindebehörden tatsächlich an der langen Leine geführt worden sei, verneinte er klar. Walter Ess betonte, dass die 26‘000 Quadratmeter oben auf dem Berg Privatbesitz seien. Anderseits aber sei das als landwirtschaftliches Gebiet ausgeschiedene Land seit hunderten von Jahren nicht mehr als solches benutzt worden.

Hotel Uto Kulm grösster Arbeitgeber der Gemeinde

Ausserdem hätte die Gemeinde Stallikon betreffend den eigentlichen Bauzonen höchstens eine gewisse Briefträgerfunktion. Das Hotel sei standortgebunden und entscheiden würde allein der Kanton. Natürlich, so Walter Ess, seien einige bauliche Veränderungen vorgenommen worden, die eine Bewilligung benötigt hätten. Zum Teil seien deshalb Abbruch- und Rückbauverfügungen erlassen worden. Diesbezüglich laufen noch Rekurse, die höchstens mit gewissen Umzonungen Erfolg zeitigen könnten. Walter Ess hofft auf eine allseits zufriedenstellende Lösung. Immerhin ist der Betrieb auf dem Üetliberg mit über 100 Arbeitsplätzen der grösste Arbeitgeber der Gemeinde.


Werner Schneiter durfte nach einem musikalischen Zwischenspiel von Winifred Atwell am Klavier, Jan Smit als Vertreter der Stiftung Pro Aumühli auf der Bühne begrüssen. Mit viel Herzblut stellte Jan Smit die antike Mühle den interessierten Gästen vor. Ein erster und für die Schweiz einziger Mühlekurs für Laien, begeistere Jung und Alt. Das gemahlene Mehl gelange neu auch in den Verkauf. Die Stiftung sei aber trotz dem Mehlhandel allen grosszügigen Gönner und Spender ausserordentlich dankbar. Nicht nur auf Spenden sondern auch auf Subventionen angewiesen war der nächste Gesprächsteilnehmer auf dem Podium. Moderator Werner Schneiter begrüsste Daniel Flueler Leiter des Wohnheims Loomatt der RGZ Stiftung. Das Wohnheim für körper-, geistig- und mehrfachbehinderte Erwachsene steht ebenfalls auf dem Gemeindegebiet Stallikon.

Bescheidene Wünsche

Daniel Flueler fühlt sich mit den 28 Bewohnern des Wohnheimes in Stallikon sehr gut aufgehoben. Zur Bestätigung bat er Patricia Brunner und Kurt Bolliger zu einem Kurzinterview auf die Bühne. Nach ihren Wünschen befragt gaben sich die zwei Bewohner der Loomatt aber bescheiden. Mit einem Garten und einem etwas helleren Zimmer wäre Patricia Brunner mehr als zufrieden. Kurt Bolligers Träume hingegen wären mit einer Grillstation im Freien bereits erfüllt.

Fleisch in höchster Qualität; verarbeitet in Stallikon

Dieser Wunsch war denn auch der perfekte Übergang zum letzten Gast des Abends. Heinz Künzli, Chef des drittgrössten Fleischverarbeitungsbetriebes mit 50 Mitarbeitern wäre problemlos in der Lage, den ersehnten Grillstand zu bestücken. Auch er und sein Personal fühlen sich in der Gemeinde Stallikon ausserordentlich wohl. Sein Angebot an Fleisch in höchster Qualität, nicht zuletzt auch die Üetliberg-Spezialitäten, finden Abnehmer im ganzen Kanton. Der Bevölkerung aus Stallikon und Umgebung empfahl Heinz Künzli gemäss seinem Betriebsmotto «eifach besser» vor allem seinen Fabrikladen im Dorf.

Moderator Werner Schneiter dankte den Gesprächsteilnehmern für ihre Bereitwilligkeit Red und Antwort zu stehen. Mit einem ebenfalls herzlichen Dank an die Besucher für das Interesse der Gemeinde Stallikon, schloss Gemeindepräsident Walter Ess den interessanten und informativen Abend.