Überfälle gab es in den letzten Wochen vor allem im Tessin, im Kanton Bern, im Aargau, in der Region Basel und in der Ostschweiz. Allein im Kanton Basel-Landschaft wurden in kurzer Zeit sechs Tankstellen-Shops überfallen. Die Polizei hat eine Belohnung von 10'000 Franken ausgesetzt - bisher ohne Ergebnis. Polizeisprecher Rolf Wirz konnte jedenfalls noch keinen Fahndungserfolg vermelden.

Ebensowenig hatte er eine Erklärung für die Häufung von Überfällen. Zwar sei es einfacher, eine Tankstelle zu überfallen als eine Bank oder eine Post. Aufgrund des Vorgehens und des Signalements sei es auch möglich, dass zumindest bei vier Überfällen derselbe Täter am Werk gewesen sei. Unklar sei aber, ob dieser über die nahe Grenze gekommen sei oder ob gar eine Bande dahinter stecke.

Ähnlich tönt es aus Bern, wo in letzter Zeit ebenfalls eine ganze Reihe von Tankstellen-Shops überfallen worden sind. Auch hier weiss die Polizei nicht, ob sie es mit einer Bande, mit Einzeltätern oder mit Trittbrettfahrern zu tun hat.

Fest steht für den Sicherheitsexperten Bruno Lüthi von der Beratungsstelle für Verbrechensverhütung der Berner Kantonspolizei jedoch, dass nicht alle Betreiber genug für die Sicherheit ihrer Shops und ihrer Angestellten tun.

Immerhin liessen viele Shop-Betreiber ihr Personal mittlerweile darin schulen, wie sie sich bei einem Überfall zu verhalten hätten. Wichtig sei, dass dabei "niemand den Helden" spiele.