Trotz Wirtschaftskrise sind in Grenchen aktuell etliche Bauvorhaben in der Pipline. Besonders im östlichen Teil des Zentrums. Erinnert sei an Lidl, der im Bereich Kapellstrasse/Solothurnstrasse einen Laden erstellen will. Auf der anderen Seite der Solothurnstrasse, weiter westlich, soll ein neues Wohn- und Geschäftshaus 27 Wohnungen bringen.

Die grösste Überbauung im Zentrum ist nun beim künftigen Girardplatz ausgesteckt. Zwei Baukörper werden die Wiese bei den Freimatt-Blöcken beinahe ganz füllen. Ein Baugesuch liegt aktuell bei der Baudirektion auf. Eine Firma mit dem Namen 60 Plus AG will eine Seniorenresidenz realisieren. 48 Seniorenmietwohnungen mit einem Dienstleistungszentrum, sechs Attika- und acht Eigentumswohnungen sind in Planung.

Der Girardkreisel bleibt

Hinter der Firma 60 Plus AG steht unter anderem Frank Schneider, Architekt aus Baggwil. Er hat sich auf Seniorensiedlungen spezialisiert und in Schönbühl und Aarberg bereits Überbauungen für Senioren realisiert. Der nördlich gelegene Bau ist für Eigentumswohnungen reserviert und wird erst realisiert, wenn die Wohnungen verkauft sind, wie Frank Schneider erklärt.

Im Süden entsteht ein grösserer Komplex für die Seniorenwohnungen. Hier besteht laut Schneider eine Trägerschaft, eben die Firma 60 Plus AG. Das Land hat die Grenchner Urs Leimer AG vermittelt, die allenfalls für den Verkauf und die Vermietung zuständig sein wird. Mit der Überbauung wird auch die Gestaltung des Girardplatzes wieder zum Thema.

Laut Stadtbaumeister Claude Barbey steht das Projekt im Einklang mit dem vom Gemeinderat beschlossenen Erschliessungsplan. Die Gestaltung des Girardplatzes wird die Stadt übernehmen, wobei der Kreisel bestehen bleiben soll. Zum Investitionsvolumen wurden keine Zahlen bekannt gegeben.

Nachfrage bestimmt Bautempo

Attraktiv gelegenes Bauland in Grenchen wird trotz Krisenzeit rarer und rarer. An der begehrten Hanglage am Jurasüdfuss entstehen Eigentumswohnungen in der höheren Preisklasse. Für die Überbauung Molerhof 2 im Nordwesten Grenchens sind acht Doppeleinfamilienhäuser sowie 36 Geschosswohnungen bereits ausgesteckt.

Gleich daneben wurde in der letzten Woche am Molerweg mit dem Bau der ersten sechs von insgesamt 18 Terrassenhäusern begonnen. Im Nordosten der Stadt, zwischen der Alpen- und der Studenstrasse, hatte der Gemeinderat einem Gestaltungsplan zugestimmt. Das Bauland reicht für eine Siedlung mit rund 70 Wohnungen.

Die meisten Bauvorhaben werden nicht sofort, sondern in Abhängigkeit von der Nachfrage realisiert. Und diese nimmt ab, wie das Beispiel Mazzinistrasse zeigt. Dort waren vis-à-vis der Migros vor kurzem noch drei Wohnblöcke ausgesteckt. Die Stangen sind wieder abgeräumt, der Bau der drei Blöcke ist sistiert.