Alois Winiger

Mitten in Matzendorf ragten drei Fichten über die Dächer der Gebäude rund um das alte Schulhaus. Dieser Tage nun kamen diese Bäume über die Dächer hinweggeschwebt — allerdings in Teile zerlegt und angehängt an einem Kranhaken. Revierförster Josef Walpert hatte von der Gemeinde Matzendorf den Auftrag erhalten, die Fichten aus Sicherheitsgründen zu entfernen. «Sie standen sehr nahe an den Häusern und stellten so ein Risiko dar», erklärt Walpert. «Vor allem die Grösste war stark westwindgefährdet. Zudem stand sie schräg.» Getäuscht habe er sich in Bezug auf das Alter. Der Stamm habe auf Brusthöhe einen Durchmesser von gut 60 Zentimetern gehabt, was auf ein Alter von gegen hundert Jahre hinweise. «Tatsächlich war sie aber nur 42 Jahre alt.» Das Fällen dieser Bäume sei schon nicht ganz alltäglich gewesen, meint Walpert, der den Auftrag zusammen mit René Lisibach und Christoph Schwegler ausgeführt hat. «Aber wenn jeder weiss, was er zu tun hat, so gibt das keine Probleme.»

Das Holz bleibt im Dorf

Nahe beim alten Schulhaus waren die Rottannen gestanden. Unweit davon wird ein Teil des Holzes wiederverwendet werden, nämlich beim Bau des Kinderspielplatzes. Dieser bildet einen Teil des Pausenplatzes, der drei Schulhäuser miteinander verbindet. Der Platz wird mithilfe von Sponsoren erstellt, denn bei der Planung des neuen Oberstufenschulhauses wurde klar, dass sich die Gemeinde alleine eine Neugestaltung des Platzes aufgrund des Kostendrucks nicht leisten kann. Das Holz der drei Fichten, wie auch jenes von anderen Bäumen, die im Dorf gefällt werden mussten, gilt als Spende. Zum Sponsoring zählen aber auch Eigenleistungen, und diese werden Schülerinnen und Schüler leisten, wenn es in einigen Wochen gilt, das zugeschnittene Fichtenholz zu Spielgeräten zusammenzubauen.