Über 90'000 Tonnen Salz verkauft

Mehr Luft als Salz im Saldome

Mehr Luft als Salz im Saldome

Die Rheinsalinen haben diesen Monat so viel Salz verkauft wie noch nie im Januar. In der Schweiz wird zwar wegen des heftigen Winters viel gebraucht. Ein Engpass wie in anderen Ländern kann aber voraussichtlich vermieden werden. Denn Europa geht das Auftausalz aus.

Daniel von Känel

Über 90000 Tonnen Auftausalz werden wohl diesen Monat von den Rheinsalinen verkauft. «Das ist weit über dem bisherigen Rekordjanuar 2009», sagt Armin Roos von den Rheinsalinen. Ob es bezüglich Salzabsatz auch einen Rekordwinter geben wird, ist allerdings noch offen. «Das kann man erst Ende März sagen», erklärt Roos. Die Rechnung ist einfach: Wird es wärmer, sinken die Absatzzahlen für Antausalz massiv.

Laufende Produktion

Doch vorerst bleibt es winterlich kalt. Und der Saldome, das grösste Salzlager der Rheinsalinen Riburg, ist längst nicht mehr bis unter sein imposantes Kuppeldach gefüllt. Lediglich kniehoch liegt das Salz, nur in der Mitte, unter dem Abwurf, wird der Haufen etwas höher. Draussen, in der Abfüllanlage, steht ein Lastwagen, dessen Anhänger mit Salz beladen wird.

Viel Salz brauchte es diesen Winter, um die Strassen befahrbar zu machen. So viel, dass der europaweite Handel mit Auftausalz mangels Vorräten zusammengebrochen ist. In der Schweiz ist das Auftausalz noch verfügbar. Auch wenn der Saldome derzeit fast leer ist, wird das Salz nicht einfach ausgehen. Das Lager wird durch die laufende Produktion immer wieder gespeist. Zudem haben Werkhöfe teilweise auch noch selber Salz
an Lager. Dennoch haben die Rheinsalinen einen Sparappell an die Kundschaft gerichtet und zum sorgsamen Umgang mit dem Auftausalz aufgerufen. Man wolle so das Bewusstsein dafür wecken, dass ringsherum in Europa kein Salz mehr vorhanden sei und Engpässe je nach Witterung auch hierzulande entstehen könnten. «Grund zur Panik gibt es aber nicht», sagt Roos. Einzig Lieferfristen könnten allenfalls länger werden.

Priorität würde dabei das lose Salz geniessen, jenes, das direkt in die Lastwagen verladen wird. In der Saline Riburg wird Auftausalz auch in Säcke abgepackt, das hauptsächlich von Hand gestreut wird.

Diverse Salze

In diesem Winter, vom Oktober bis im Januar, wurden bereits 138000 Tonnen Auftausalz ausgeliefert. Dieser Absatz ist so unbeständig wie das Wetter. Er bewegt sich jeweils zwischen 70000 und 350000 Tonnen pro Jahr. Damit variiert auch der Gesamtanteil des Auftausalzes an der gesamten Produktion. Er beträgt zwischen 20 und 45 Prozent. Aus den Rheinsalinen stammen beispielsweise auch Speise-, Landwirtschafts-, Industrie und Gewerbesalze. Nicht wie beim Streugut, könnte man ein Lager mit solchen Salzen nicht betreten, weil die Bestimmungen wesentlich schärfer sind.

Im Saldome können insgesamt 80000 Tonnen Salz gelagert werden. Er ist nicht nur der grösste Holzkuppelbau der Schweiz, er ist auch das logistische Kernstück der Auftausalzversorgung in der Schweiz. Über den doppelspuriger Lastwagen- oder den Bahnterminal wird das Auftausalz aus dem Saldome verladen und in die Einsatzgebiete gebracht.

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