Überörtliche Zusammenarbeit beim Verkehr

Die Teilrevision des regionalen Richtplans Verkehr liegt nun öffentlich auf. Darin fordert die Zürcher Planungsgruppe Limmattal den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und das vermehrte Setzen von überörtlichen Zielen.

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Als Grundlage für den regionalen Verkehrsplan gilt das Gesamtverkehrskonzept Limmattal, welches interkantonal und grenzüberschreitend von Zürich bis Baden unter Mitwirkung der ZPL und der Gemeinden entstand. Es soll die Grundlagen für verkehrspolitische Entscheide liefern und den Rahmen für eine auf die Siedlungsentwicklung abgestimmte Gesamtverkehrsplanung geben.

30 Prozent mehr Verkehr

Das Gesamtverkehrskonzept rechnet bis 2025 mit einem Anstieg des Verkehrsaufkommens von gut 30 Prozent, bei einer Bevölkerungsentwicklung von 12 Prozent und einer Zunahme der Beschäftigten von 40 Prozent. Um die «drohende Stagnation der Siedlungsentwicklung aufgrund der gegenwärtigen Verkehrsprobleme» abzuwenden, soll die Gesamtverkehrsleistung gesteigert werden, wie im regionalen Verkehrsplan betont wird.

Dies muss jedoch zwingend durch eine anders gewichtete Verteilung des Verkehrs geschehen: Die Hälfte des Verkehrszuwachses soll durch den öffentlichen Verkehr, ein Drittel durch den Langsamverkehr und der Rest durch den motorisierten Individualverkehr übernommen werden.

Speziell betont wird die Wichtigkeit des S-Bahn-Ausbaus als Rückgrat des öffentlichen Verkehrs. Der regionale Richtplan spricht von einer «S-Bahn Vision», welche «vollständig umzusetzen» sei: «Dies bedeutet die Einführung einer dritten S-Bahn-Linie im Limmattal samt den dazu nötigen Ausbauten der Infrastruktur auf der Linie Zürich–Killwangen.»

Als «Kernelement für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs» wird die geplante Limmattalbahn genannt. Diese sei etappenweise bis 2022 zu erstellen. Das Busnetz hingegen soll hauptsächlich als Zubringer zur S-Bahn und zur Limmattalbahn optimiert und ausgebaut werden.

Planen im überörtlichen Kontext

Wie der regionale Richtplan Verkehr ausführt, soll dieser zusammen mit der späteren Revision des Siedlungsplanes eine bessere Koordination der Siedlungs- und Verkehrsentwicklung bewirken. Die ZPL ist überzeugt, dass das hohe Entwicklungspotenzial des Limmattals besser genutzt werden kann, wenn diese Bereiche besser aufeinander abgestimmt sind.

Um dies zu erreichen, sollten «auf überörtlicher Ebene vermehrt Entwicklungsziele mit entsprechenden Vorgaben gesetzt werden». Speziell die «grossen planerischen Anstrengungen zur Umstrukturierung» in den Zentrums- und Entwicklungsgebieten von Schlieren und Dietikon sollten «in einen überörtlichen Kontext eingebettet werden», so die ZPL weiter.

Die Teilrevision des regionalen Richtplans zum Verkehr ist nun zur öffentlichen Auflage freigegeben worden. Im November wurde sie den Gemeinden zur Stellungnahme präsentiert. Diese hatten danach bis Ende Januar Zeit, Änderungswünsche anzubringen. (mz/bhi/ufl)