Über 2500 Waffen entsorgt

Zwischen August und Dezember konnten im Kanton Zürich an fünf Samstagen freiwillig Waffen und Munition abgegeben werden. Gestern fand der letzte Aktionstag in Urdorf statt. Die Kantonspolizei ist zufrieden mit der regen Nutzung der Aktion.

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Waffenabgabe
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Waffenabgabe

Von Pascal Münger

Eine lange Menschenschlange bildet sich vor dem Verkehrspolizeistützpunkt in Urdorf. Grösstenteils ältere Menschen warten mit geschulterter Waffe bei eisigen Temperaturen auf Einlass. Die am 12. Dezember 2008 in Kraft getretenen Änderungen beim Bundesgesetz über Waffen, Waffenzubehör und Munition beinhalten neue Pflichten zur Nachmeldung von Waffen. Darum geben die Kantonspolizei Zürich und das Amt für Militär und Zivilschutz der Bevölkerung des Kantons Zürich die Möglichkeit, nicht mehr erwünschte Faust- und Handfeuerwaffen, Schreckschuss-, Luftdruck-, CO2-, Soft-Air- sowie Imitationswaffen, ausgemusterte Ordonanzwaffen, Messer, Schlag-, Hieb- und Wurfwaffen, Elektroschockgeräte sowie Munition kostenlos abzugeben.

«Wir sind sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Aktion», sagt Marcel Strebel, Chef der Informationsabteilung der Kantonspolizei Zürich. «Bisher wurden rund 2300 Schusswaffen und 1,3 Tonnen Munition abgegeben.»

Die Aktion fand bereits in Hinwil, Bülach, Winterthur und Wädenswil statt. Mit dem letzten Aktionstag in Urdorf rechnet Strebel mit gesamthaft über 2500 abgegebenen Schusswaffen und rund 1,5 Tonnen Munition. Damit sei die Aktion insgesamt ein grosser Erfolg gewesen.

In Urdorf werden grösstenteils alte Armeewaffen abgegeben. «Die Waffe stand bei mir zu Hause nur im Keller rum», sagt ein Mann in der Schlange, der gerade einen warmen Tee von der Kapo als Entschädigung für die Wartezeit bekommen hat. «Zudem ist es meiner Frau unangenehm, wenn wir eine Waffe im Haus haben. Darum kommt diese Aktion wie gerufen für uns, um das alte Ding loszuwerden.»

Zuerst werden die Waffen von Experten kontrolliert und allfällige Munition wird entsorgt. Anwesend sind auch Waffen-Experten, die eine alte und wertvolle Waffe erkennen und den Besitzer darauf aufmerksam machen würden, dass man eine solche Waffe auch in ein Museum geben könnte. Denn alle Waffen, die im Rahmen dieser Aktion abgegeben werden, werden vernichtet. «Es kommt selten vor, dass eine Waffe mit einem historischen Wert zu uns gebracht wird», meint jedoch Marcel Strebel. «Bei einem Grossteil der Waffen handelt es sich um Ordonnanzwaffen.» Nach der Sicherung der Waffe muss der Besitzer seine Personalien angeben und kann sie einem Beamten übergeben.

Es kommt auch immer wieder vor, dass Leute mehrere Waffen abgeben. Ein privater Waffensammler bringt in Urdorf sogar zehn Gewehre. «Ich habe nur meine besonderen Gewehre behalten und nutze nun diese Aktion, um ein wenig Platz bei mir zu Hause zu schaffen», meint er. Zudem wisse man ja nie. Plötzlich breche jemand ein und klaue ein paar Waffen. «Wenn die Waffen hier vernichtet werden, bin ich sicher, dass sie nie in falsche Hände kommen.»

Sollten sich auch nach dieser Aktion noch Leute entschliessen, ihre Waffen abgeben zu wollen. Kann man das immer noch machen. Marcel Strebel signalisiert, dass man allfällige weitere Waffen und Munition weiterhin entgegennimmt: «Auch wenn die Aktion nun abgeschlossen ist, kann man seine Waffen trotzdem weiterhin kostenlos bei jeder Polizeidienststelle abgeben.»