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TV-Team filmt Viehverteilung in Ruanda

Eine Fernsehequipe von SF1 bereist derzeit die afrikanischen Länder, um eine Doku-Serie zusammenzustellen. Diese soll im Vorfeld der Fussball-WM ausgestrahlt werden. In Ruanda wohnte das Team einer von den Spenderinnen und Spendern der Weihnachtsaktion finanzierten Viehübergabe bei und war völlig begeistert.

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Viehvergabe in Ruanda

Viehvergabe in Ruanda

Schweiz am Sonntag

von EdgarZimmermann

Die Doku-Serie des Schweizer Fernsehens steht unter dem Arbeitstitel «Kairo-Kapstadt». Das Konzept: Über die afrikanischen Länder werden Kurzfilme gedreht, die dann als Vorschau und Einstimmung zur Fussball-WM ausgestrahlt werden, und zwar ab 7. Mai 2010. Dabei geht es darum, den Zuschauern Land und Leute, Sorgen, Freuden und Zukunftsaussichten näherzubringen. Produzent Hugo Rämi, Moderator Kurt Schaad sowie die Kameracrew sind im Moment in Tansania unterwegs. Vor zwei Wochen weilten sie in Ruanda. Dabei zogen sie bei dem in Kigali wohnhaften Unternehmer André Tanner, Mitglied des Stiftungsrates Hilfswerk Margrit Fuchs Ruanda, Erkundigungen über das Wirken dieser Institution ein und zeigten sich fasziniert über die effiziente Hilfe zur Selbsthilfe.

Rämi nahm spontan einen Augenschein in Gitarama, wo aus dem Spendenerlös der AZ-Weihnachtsaktion 2008 noch immer Viehverteilungen an bedürftige Familien im Gange sind. Er war, wie er dieser Zeitung gegenüber erklärte, tief beeindruckt, worauf die Crew wenige Tage später eine weitere Übergabe filmte. Dieser Beitrag soll den Zuschauern aufzeigen, wie die Bevölkerung auf dem Land noch immer ums tägliche Überleben kämpfen muss, dass Elend und Armut unermesslich sind, dass aber mit gezielter Hilfe viel erreicht werden kann.

Der Film über Ruanda wird aber auch weitere Themen beinhalten, so den Aufbruch des Landes mit neuen Entwicklungen und Techniken. Die Hauptstadt Kigali nimmt da eine ganz andere Position ein als die ländlichen Gegenden. Die Spenderinnen und Spender der Sammelaktion dieser Zeitung werden also Gelegenheit haben, am Fernsehen einer Viehübergabe und damit der Übergabe ihres Geschenkes beizuwohnen.

Der Stiftungsrat des Hilfswerkes Margrit Fuchs erhält immer wieder Dankesschreiben von Notleidenden in Ruanda. So schrieb Mukamusoni Léocadie: «Dass ich diese Kuh erhalten habe, ist eine grosse Freude für mich. Ich habe mir immer gewünscht, eine Kuh zu haben, aber ich hatte dazu keine Mittel. Ich danke Euch, weil ich Dünger von der Kuh haben werde für mein Feld, und ich hoffe, dass der Ertrag steigen wird und dass ich somit genügend Nahrung und auch Milch für meine Familie haben werde. Gott möge die Wohltäter segnen, die an Arme, wie wir es sind, denken.» Ein Mitarbeiter des Bureau Social hat in der Folge die dankbare Frau mit der geschenkten Kuh fotografiert (Bild).
Doch auch die Schulgeldspenden sind überaus wertvoll. Viele Eltern können ihren Kindern den Schulbesuch nicht bezahlen. Die Zahl der Anfragen für eine Unterstützung durch das Hilfswerk und die lokale Trägerschaft Bureau Social ist riesig. Nachstehend ein Brief und eine Foto von Umutesi Restude, welche das 6. Schuljahr absolviert:

«Ich lebe mit meiner grossen Schwester und 5 andern Geschwistern. Nach dem Tod unserer Mutter hat sich unser Vater wieder verheiratet und uns verlassen. Wenn das Bureau Social nicht das Schulgeld für mich bezahlt hätte, weiss ich nicht, was aus mir geworden wäre. Bald werde ich die Sekundarschule beenden und ich hoffe, dass ich die Prüfungen des Staates bestehen werde, damit ich weiter studieren kann. Ich schwöre Ihnen, dass ich nach meinem Studium anderen armen Kindern helfen werde bei ihrem Studium. Ich danke den Wohltätern vielmals, die dem Bureau Social Geld geben, um uns das Schulgeld zu bezahlen und den anderen armen Menschen zu helfen.»

Die Weihnachts-Sammelaktion von AZ und «Sonntag» dauert noch bis zum 21.Dezember. Die Spendenzentrale nimmt mit grosser Freude weitere Bestellungen entgegen: für die Verteilung von Vieh, von Schulgeld - aber auch Beiträge für die Unterstützung der bestehenden Institutionen von Margrit Fuchs wie Heime, Lehrlingswerkstätten, Mütterstation, Haushaltungsschule, Kantine, Lebensmittelabgaben an Familien, die Waisen aufgenommen haben.