Alpenfestung
TV-Réduit kostet SRG-Gebührenzahler eine Million Franken

Drei Wochen lang simuliert das Schweizer Fernsehen (SF) Bunkerleben und Anbauschlacht. Diese aufwändige Produktion ist teuer. Wie teuer genau, will SF nicht verraten. Deshalb hat der «Sonntag» nachgerechnet und ist dabei auf einen siebenstelligen Betrag gekommen.

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Die 15 «regulären» Abendsendungen dauern zwischen 17 und 18 Minuten. Gemäss einem Gewährsmann muss bei dieser Art von Sendung mit Produktionskosten von rund 3000 Franken pro Minute gerechnet werden.

Allein dies ergibt schon einen Betrag von über 700 000 Franken. Dazu kommen jeweils am Freitag drei halbstündige Best-of-Ausgaben, die Auftaktsendung vom 24. Juli dauerte ebenfalls 30 Minuten. Insgesamt sind in der Festung und auf dem Bauernhof 33 Akteure beschäftigt (darunter 5 Kinder). Diese bekommen gemäss SF eine Spesenentschädigung in unbekannter Höhe.

Auch die Experten, die in jeder Sendung Auskunft erteilen, stehen nicht gratis zur Verfügung. Laut Sebastian Hueber vom VBS erhält Militärexperte Rudolf Jaun, der insgesamt viermal zum Zuge kommt, pro Sendung 1100 Franken.

Insgesamt dürften für Spesenentschädigungen rund 30 000 Franken budgetiert worden sein. Schwieriger zu beziffern sind die Aufwendungen für die Werbung. Ob die Kosten für die Trailer, die SF auf dem eigenen Sender ausstrahlt, intern verrechnet werden, ist nicht klar.

Nicht nur die hohen Kosten lassen aufhorchen. Auch der Inhalt der Serie stösst auf Kritik. Verteidigungsminister Ueli Maurer kann der «Mischung aus kritischen dokumentarischen Beiträgen und inszenierten Szenen mit Soldaten» nur wenig abgewinnen. Gegenüber dem «Sonntag» sagte der Bundesrat: «Das wirkt auf mich etwas seicht und oberflächlich.»