Fall Marco

Türkische Anklage fordert bis zu acht Jahre Haft im Fall Marco

Unterstützung für Marco (Archiv)

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Dem in der Türkei angeklagten deutschen Teenager Marco droht eine Verurteilung wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs. Er halte den 19-Jährigen in beiden Punkten für schuldig, sagte der Staatsanwalt vor Gericht im türkischen Antalya.

Die Anklage wirft dem Jugendlichen vor, sich im April 2007 in einem Hotel in Side bei Antalya an einem damals 13-jähriges Mädchen aus Grossbritannien vergangen zu haben. Der Angeklagte, der nach acht Monaten Untersuchungshaft Ende 2007 nach Deutschland zurückkehren durfte, weist die Vorwürfe zurück.

Die Höchststrafe für Vergewaltigung und sexuellen Missbrauch liegt in der Türkei bei acht Jahren. Ein konkretes Strafmass formulierte der türkische Ankläger in seinem Plädoyer aber nicht. Der Prozess wurde vertagt und soll am 15. Juli fortgesetzt werden.

Marco sass nach seiner Festnahme 247 Tage in türkischer Untersuchungshaft. Inzwischen absolviert er eine Ausbildung in Deutschland und muss zu den Prozessterminen nicht mehr in die Türkei reisen. Anfang Mai stellte die Staatsanwaltschaft Lüneburg ihr Ermittlungsverfahren gegen ihn ein.

Der Verteidiger des Deutschen äusserte sich enttäuscht. "Marco und seine Eltern hatten gehofft, dass es heute ausgeht entsprechend der Lüneburger Entscheidung", sagte er. "Ich bin sehr zurückhaltend mit Prognosen, nachdem der Prozess so oft vertagt worden ist."

So lag dem Gericht bereits seit Ende vergangenen Jahres der Abschlussbericht eines Rechtsmedizinischen Instituts in Istanbul vor. Darin wurde der Vorwurf der Vergewaltigung nicht gestützt. Der Staatsanwalt hatte aber noch Klärungsbedarf gesehen.

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