Baselland
Trotz Krise ein Riesenerfolg

Während in Zürich und Zug die Privatschulen wegen der Wirtschaftskrise mit Abmeldungen zu kämpfen haben, verzeichnet die International School Basel Zuwachs. Der Region Basel gehe es besser als der übrigen Schweiz und sie sei internationaler, lautet die Erklärung.

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Privatschule

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Bea Asper

Die Gemeinden müssen wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise nicht nur ihre zu erwartenden Steuereinnahmen nach unten korrigieren, sondern zum Teil auch mit höheren Ausgaben im Bildungsbereich rechnen: Ehemalige Topverdiener schicken ihre Kinder nicht mehr auf die Privatschule, sondern in den öffentlichen Unterricht. So wurde publik, dass einige Gemeinden am Zürichsee auf das kommende Schuljahr bis zu zwei oder drei Klassen mehr führen müssen.

Im Baselbiet fällt dies offenbar moderater aus. Die Gemeindepräsidentin von Bottmingen, Anne Merkofer-Häni, bestätigt zwar, dass es im kommenden Schuljahr eine Klasse mehr geben wird. Sie führt dies aber nicht unbedingt auf die Krise zurück, sondern auf das Wachstum ihrer Gemeinde.

Stabile Schülerzahl

Während die Privatschulen in Zürich und Zug mit Abmeldungen von Schülern zu kämpfen haben, erfreut sich die International School Basel stabiler Schülerzahlen. «Im letzten Jahr besuchten 1165 Kinder die ISB an den Standorten Reinach und Aesch, in diesem Jahr sind es 1200, und für das kommende Schuljahr sind es nach dem jetzigen Stand sogar noch mehr Zusagen», sagt Jacqueline Krüger, Communications Officer. Zurzeit sei alles gut, die Schule sei aber auch jederzeit auf Schwankungen vorbereitet.

Dass es sich die Manager im Raum Basel auch in der schwersten Wirtschaftskrise seit 1930 leisten können, ihre Kinder auf die Privatschule zu schicken, ist offenbar nicht Zufall, sondern Spiegelbild der wirtschaftlichen Befindlichkeit: Der Grossraum Basel verfügt in der momentanen Situation über mehr Stabilitätsfaktoren als andere Regionen. Gemäss Rainer Füeg von der Handelskammer beider Basel ist «die Region Basel bisher weniger vom Wirtschaftsabschwung betroffen als etwa der Raum Zürich oder die Schweiz insgesamt». Der Raum Basel verdanke dies «der speziellen Branchenstruktur mit dem höheren Anteil an Life Sciences Branchen. Unsere Region ist deutlich weniger stark vom Finanzsektor abhängig, und der Anteil der Auslandgeschäfte ist am Platz Basel auch weit geringer als in Genf oder Zürich».

Überdurchschnittlich international

Dass die International School Basel in den letzten Jahren und auch jetzt sehr gefragt ist, hat nach Ansicht von Füeg wohl damit zu tun, «dass die Region Basel schon immer internationaler war als die Schweiz im Durchschnitt». Und sie sei in den vergangenen zehn Jahren noch internationaler geworden. «Dies sowohl in Bezug auf die von hier aus bearbeiteten Märkte, als auch auf die Zusammensetzung der Bevölkerung und der Arbeitskräfte», hält Füeg fest.

Dies kann Elisabeth Schneider, Gemeindeverwalterin von Biel-Benken und CVP-Landrätin, nur bestätigen: «Seit der Einführung der Personenfreizügigkeit nimmt der Ausländeranteil in Biel-Benken stetig zu.» Vor allem Familien würden sich hier gerne niederlassen, «weil Biel-Benken für sie aufgrund der ländlichen und doch stadtnahen Struktur sehr attraktiv ist». Der grösste Anteil komme aus dem EU-Raum, insbesondere aus Deutschland, aber auch aus Grossbritannien und anderen Ländern. Aus den USA seien es verhältnismässig weniger.

Krisenfeste Life Sciences

«Die Ausländerinnen und Ausländer in unserer Gemeinde sind qualifizierte Arbeitskräfte, die vor allem im Bereich Life Sciences, Chemische Industrie und im Management tätig sind. Wir haben hochqualifizierte Arbeitskräfte aus Indien, Südafrika, Südkorea. Die Branche Life Sciences ist krisenresistenter als andere und befindet sich in einem Wachstumsmarkt», weiss Schneider und verweist auf die angekündigten Ausbaupläne in der Region (Novartis Campus, Actelion). Wenn das Baselbiet - und auch einige Teile des angrenzenden Elsass - internationaler werden, kommt dies der ISB zugute. «Deswegen geht es dieser Privatschule in unserer Gegend offensichtlich noch gut», meint Schneider im Vergleich mit anderen Regionen.

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