Trotz Freispruch: Thalheimer Pfarrer bleibt suspendiert

Trotz Freispruch: Thalheimer Pfarrer bleibt suspendiert

Dorfpfarrer Thalheim

Dorfpfarrer Thalheim

Der reformierte Pfarrer von Thalheim wurde gestern vom Bezirksgericht Zofingen vom Verdacht des sexuellen Missbrauchs freigesprochen. Ins Kirchenamt zurück kehrt er vorläufig trotzdem nicht. Die Suspendierung gilt weiter.

Die reformierte Landeskirche will zuerst das schriftliche Urteil abwarten, bevor sie entscheidet wie, es mit dem Thalheimer Pfarrer weitergeht. Dieser wurde gestern vom Bezirksgericht Zofingen in allen Anklagepunkten freigesprochen. Die Anklage hatte dem Pfarrer mehrfachen sexuellen Handlung und Missbrauch sowie mehrfache Vergewaltigung seiner Tochter vorgeworfen. Sie hatte für diese Taten, die sich über 12 Jahre erstreckten, eine Gefängnisstrafe von 5,5 Jahre gefordert.

Die Landeskirche will zudem auch abwarten, ob Staatsanwältin Simone Stöckli das Urteil an die nächst höhere Instanz weiterzieht. Stöckli will ebenfalls zuerst das schriftliche Urteil abwarten, bevor sich über das weitere Vorgehen entscheidet. Sollte sie das Urteil anfechten, bleibt der Pfarrer suspendiert.

Rückkehr nach Thalheim?

Erst wenn ein rechtskräftiges Urteil vorliegt, will die reformierte Landeskirche einen Entscheid fällen. Wie er ausfällt, lässt die Kirche offen.

Ob der Pfarrer in Thalheim bleiben kann, ist sehr fraglich. Das Bezirksgericht Zofingen hat in gestern zwar freigesprochen, aber auch Zweifel geäussert. Der Freispruch fiel auch nicht eindeutig. Das Gericht ist am Ende dem Grundsatz «im Zweifel für den Angeklagten» gefolgt. Es fehlten ihm klare Beweise und auch medizinische Befunde, die die Tat beweisen. (rsn)

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