Führung Sammlungsdepot Egliswil
Trophäen der Lenzburger Schlossherren

Was die letzten Lenzburger Schlossbewohner gesammelt hatten, ist zum grossen Teil im Sammlungsdepot in Egliswil eingelagert. Einige Objekte wurden an einer Führung der Öffentlichkeit gezeigt.

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Führung im Sammlungsdepot Egliswil

Führung im Sammlungsdepot Egliswil

Lenzburger Bezirks-Anzeiger

Philipp Muntwiler

Aus der Zeit der letzten privaten Besitzer von Schloss Lenzburg, den drei Amerikanern August Edward Jessup, James Ellsworth und dessen Sohn Lincoln Ellsworth, stammen unzählige Objekte, die im Sammlungsdepot des Museums Aargau in Egliswil eingelagert sind. In einer Führung zeigte Stefan Hess, Leiter des Sammlungsdepots, einen kleinen Ausschnitt aus der umfangreichen Sammlung.

Vor allem Jessup war ein leidenschaftlicher Sammler. Er stammte aus dem amerikanischen Geldadel, war sehr vermögend und konnte sein Leben lang privatisieren. Er ist in England aufgewachsen und heiratete 1890 eine Frau aus dem schottischen Hochadel. Drei Jahre später erwarb er für 120 000 Franken das Schloss Lenzburg von der Familie Wedekind und liess es für 500 000 Franken renovieren.

James Ellsworth war nicht wie Jessup reich von Geburt an. Er musste sich hocharbeiten. So erstaunt es nicht, dass er bereits über 60 Jahre alt war, als er 1911 das Schloss für 550 000 Franken von Jessup erwarb. Ellsworth lebte in einer Villa bei Florenz und war wahrscheinlich nur wenige Wochen im Sommer im Schloss. Lincoln Ellsworth übernahm 1925 nach dem Tod seines Vaters das Schloss und baute eine Sammlung mit Tierpräparaten auf.

1956 kam das Schloss inklusive Inventar in den Besitz der Stiftung Schloss Lenzburg. Die Gegenstände, die für die Ausstellung nicht benötigt wurden, sind in Egliswil eingelagert. Hess bezeichnet das Sammlungsdepot daher als «Backstagebereich der Museen». Hier lagert neben Türbeschlägen, Alltagsgegenständen und orientalischen Waffen auch eine grosse Sammlung von Kuhglocken aus dem 18. Jahrhundert.

«Leider kann nicht mehr genau gesagt werden, wer was wann angeschafft hat», sagt Hess. Es wäre wünschenswert, alle Objekte zu dokumentieren, so gut es noch gehe. Einige Hinweise können alte Fotos liefern.

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