Treschhütte

Treschhütte: Vollausbau oder kostengünstigere Variante?

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Ein Vollausbau der Treschhütte im Urnerland mit Kosten von über 800 000 Franken oder eine Variante, die eine halbe Million weniger kostet? Nach langer Diskussion entschied die Sektion Albis des Schweizer Alpen-Clubs an der Generalversammlung, beide Varianten weiterzuverfolgen.

Schon seit zwei Jahren ist ein Ausbau der Treschhütte bei der SAC-Sektion Am Albis ein Thema. 2008 sagte die Generalversammlung Ja zu Massnahmen. Eine Sanierung ist schon wegen feuerpolizeilicher Auflagen des Kantons Uri nötig. 2009 lagen die Resultate der Diplomarbeiten von Studenten für Ausbauvarianten vor. Dazu holte der SAC Offerten für Energiekonzepte ein. SAC-Sektionspräsident Marcel Kunz betonte an der samstäglichen Generalvesammlung in Birmensdorf, bei den vorliegenden Plänen handle es sich um erste Ideen, entworfen vom Affoltemer Architekten Erich Cochard - und nicht um fertige Projekte. Diese Ideen enthalten unter anderem einen neuen Aufenthaltsraum, weil das jetzige Raumangebot bei voller Belegung der Treschhütte knapp ist.

Ein neu konzipierter Schlafraum, eine Treppenhauserweiterung sowie ein WC-Anbau bilden weitere Massnahmen. Ziel: ein familienfreundlicheres Haus und die Erfüllung von kantonalen Auflagen. Die geschätzten Baukosten belaufen sich auf 845 000 Franken. Nach Abzug von Subventionen, Beiträgen aus Lotteriefonds, Spenden und Beteiligungen verbleibt ein Betrag von rund 280 000 Franken, der mit Eigenmitteln/Darlehen gedeckt werden soll.

Kostengünstigere «Sanitär-Variante»

«Wir sind über diesen hohen Betrag erschrocken», sagte Ruedi Kehrli, der an der Generalversammlung eine Alternative zu einem Vollausbau präsentierte - und damit an der GV einige Anwesende überraschte. Diese Variante sieht einen 6x2,43 Meter grossen Container-Anbau vor mit WC-Anlagen und Räumen für den Hüttenwart. Berechnungen zufolge resultieren dabei Kosten von 300 000 bis 350 00 Franken - inklusive Energieanlagen und feuerpolizeiliche Auflagen. «Es ist eine günstige, aber keine billige Lösung», sagte Ruedi Kehrli, der die Auffassung vertritt, dass die Treschhütte auch mit wenigen Massnahmen familienfreundlicher wird. Eineinhalb Stunden diskutierte hernach die Generalversammlung über die beiden Varianten, darüber, ob der Container, der anderswo als Provisorium nützt, in die Gegend passt. Und darüber, ob sich ein Vollausbau angesichts der vergleichsweise schwachen Frequenz der Treschhütte überhaupt lohnt. Immer wieder musste der Präsident einwerfen, man möge sich nicht in Details verlieren. Und er warnte davor, die beiden Varianten gegeneinander auszuspielen. Und jemand aus der Versammlungsrunde warf ein: «Wir müssen uns heute für eine Variante entscheiden, ansonsten diskutieren wir an der nächsten GV nochmals zwei Stunden».

Nach diesem «Ping-Pong» und etwas Verwirrung über das Abstimmungsprozedere entschied sich die GV bei nur wenigen Gegenstimmen und Enthaltungen, beide Varianten weiterzuverfolgen - ein Entscheid, der auch vom Vorstand mitgetragen wird.
An der Generalversammlung 2011 werden zwei Projekte präsentiert und der Variantenentscheid gefällt. Bauprojekt und Kreditsprechung erfolgen 2012, die Realisierung im Jahr 2013.

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