Türkei

Trauer und Kritik zehn Jahre nach schwerem Erdbeben in Türkei

Zerstörung in Gölcük 1999

Zerstörung in Gölcük 1999

Die Türkei hat der Opfer des schweren Erdbebens gedacht, bei dem vor zehn Jahren fast 20'000 Menschen ums Leben kamen. Am frühen Morgen versammelten sich Lokalpolitiker und Betroffene zu einem Gedenkmarsch in der Kleinstadt Gölcük am Südufer des Marmara-Meeres.

In Gölcük lag vor zehn Jahren das Epizentrum des Erdbebens. In den Medien wurde am Gedenktag auch Kritik an den Behörden laut. Das Beben um 03.02 Uhr Ortszeit (02.02 Uhr MESZ) am 17. August 1999 hatte eine Stärke von 7,6 auf der Richterskala, es zerstörte tausende von Wohngebäuden. Viele Menschen wurden im Schlaf von den rund 40 Sekunden langen Erdstössen überrascht und von den Trümmern ihrer einstürzenden Häuser erschlagen.

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan erklärte aus Anlass des Jahrestages, es müsse alles getan werden, um die Folgen möglicher neuer Beben in Zukunft so gering wie möglich zu halten.

In den Medien wurde den Behörden aber vorgeworfen, viel zu wenig für dieses Ziel zu tun. Nach einem Bericht der regierungsnahen Zeitung "Zaman" wurden nach den beiden Beben von 1999 zwar viele Gebäude aufgrund von Erdbebenschäden für abbruchreif erklärt.

Doch insgesamt 123'000 dieser Gebäude stünden immer noch. In vielen Häusern seien Risse lediglich mit Farbe übertüncht worden.

Unterdessen meldete die Zeitung "Milliyet", in Istanbul sei seit 1999 nur ein Prozent der rund eine Million Gebäude der Stadt erdbebengerecht nachgerüstet worden. Die Zwölf-Millionen-Metropole gilt als extrem erdbebengefährdet. Wissenschaftler schätzen, dass bei einem schweren Beben in Istanbul rund 90'000 Menschen ums Leben kommen könnten.

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