Tour de France rund um den Käse

Bernard Antony, Vater Ueli und Sohn Nils Lanz und Klaus Imhof (von links). (Bild Martin Mullis)

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Bernard Antony, Vater Ueli und Sohn Nils Lanz und Klaus Imhof (von links). (Bild Martin Mullis)

Klaus Imhof von der Reussbrücke in Ottenbach lud ein weiteres Mal den «Sundgauer Käsekönig» Bernard Antony aus Vieux-Ferrette zu einer exquisiten «Cérémonie des Fromage» in sein Gourmetrestaurant ein. Das gut vierstündige Zeremoniell war eine einzige-Schwelgerei, bei der in jeder der sieben Folgen der Käse die Hauptattraktion spielte.

Bernard Antony gilt als weltbester Käseaffineur. Er beliefert die bekanntesten Feinschmeckerlokale, nicht nur in Europa sondern in der ganzen Welt. Von Dubai über Hongkong und Tokio bis hin zum britischen Königshaus schätzen Gourmets seine ausgezeichneten Käsesorten. Durchaus keine Seltenheit, wenn seine vorzüglichen Käsespezialitäten schon mal mit dem Helikopter abgeholt und nach Paris gebracht werden. Kein Wunder, dass der "éleveur de fromage" vor noch nicht allzu langer Zeit durch den französischen Landwirtschaftsminister mit dem Verdienstorden "Ordre du Mérite" ausgezeichnet wurde. Es war denn auch ein einzigartiges Schauspiel an diesem Sonntagnachmittag wie der eher kleine, liebenswürdige und noble Grandseigneur die sieben Käsegänge vorstellte. Die Gourmet-Reise in den Sundgauer Käsekeller wurde begleitet von Vater Ueli und Sohn Nils Lanz von der Weingallerie Simone Lanz aus St. Gallen.

Gourmetreise in den Sundgauer Käsekeller

Die Menüfolge der "Cérémonie de Fromage" ausführlich zu beschreiben würde den Rahmen einer normalen Berichterstattung sprengen. Ausserdem müsste die Kiste mit den Superlativen bis zur Neige geplündert werden. Eine auch noch so raffinierte Schilderung von Geschmack und Konsistenz der verschiedenen Hart- und Weichkäsesorten könnte den hervorragenden Produkten aus dem Elsass ohnehin nicht gerecht werden. Stellvertretend für die servierten Rohmilchprodukte seien hier deshalb auch nur drei Gedecke erwähnt. Einmal der wundervoll mit vier verschiedenen Sorten von Schaf- und Ziegenkäse dekorierte Teller, deren Aromen und Würze jedes Schlemmerherz höher schlagen liess.

Informationen vom Käsepabst persönlich

Eine weitere Station dieser Tour de France dann die Platte mit einer ordinären "Gschwellti" und einer Trilogie von delikaten Münsterkäse. Sozusagen ein feinschmeckerischer Höhepunkt dann die exquisite Folge "Les Rois de Fromage". Gewissermassen der Beweis, dass Blaublütige Blauschimmelkäse sehr mögen, beliefert Bernard Antony doch gerade auch diese Sorten an das englische Königshaus.

Der unbestrittene Käsepapst aus dem Sundgau liess es sich nicht nehmen jeden Teller persönlich mit vielen interessanten Informationen zu kommentieren. An den Tischen der Gäste erklärte er jeweils weitere Einzelheiten und Richtlinien für den Verzehr von Käse. Wer weiss schon, dass es nicht schicklich gilt wirklich guten Käse mit Kümmel zu geniessen. Auch welcher Käse mit und welcher ohne Rinde genossen wird ist eine ganz eigene Wissenschaft, die erst einmal gelernt sein will.

Kulinarisches Ereignis im Gault Millau-Haus

Das Käsefestival in der "Rüssbrugg" in Ottenbach wäre jedoch ohne die dazu passenden Weine nur halb so delikat gewesen. Vater und Sohn Ueli und Nils Lanz aus der Weingallerie von Simone Lang in St. Gallen rundeten mit ihren ausgesuchten Tropfen den Genuss der leckeren Milchprodukte hervorragend ab. Vom lieblichen Riesling über den fruchtigen Valpolicella Superiore bis hin zur elfjährigen Zweigelt Trockenbeerenauslese wurde jeder Gang passend abgestimmt.

Das verlängerte Mittagessen das ganz dem Käse gewidmet ist, serviert von der überaus freundlichen "Rüssbrugg-Crew", gilt als einzigartiges kulinarisches Ereignis. Das lukullische Erlebnis im Gault Millau-Haus an der Reuss liess die fröhliche Tafelrunde den regnerischen Nachmittag völlig vergessen.

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