Deutschland

Tödliche Attacke in Münchner S-Bahn löst politische Debatte aus

Blumen und Kerzen für das Opfer in München

Blumen und Kerzen für das Opfer in München

Die tödliche Attacke zweier Jugendlicher auf einen 50-jährigen S-Bahnfahrgast in München hat in Deutschland eine neue Debatte über das Jugendstrafrecht ausgelöst.

CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer warf der SPD Versäumnisse vor und kündigte in München an, dies zum Wahlkampfthema zu machen. Allerdings mahnte CSU-Chef Horst Seehofer, dies sei ein Thema, mit dem die Politik sehr besonnen umgehen müsse.

Eine Sprecherin von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) wies die CSU-Forderungen zurück. Es gebe auch trotz der neuen, traurigen Aktualität keinen Handlungsbedarf, sagte die Sprecherin. Bereits heute sei es für Richter möglich, auch 18- bis 21-Jährige nach dem schärferen Erwachsenenstrafrecht zu verurteilen.

Der Geschäftsmann hatte sich am Samstag schützend um eine Gruppe von vier Teenagern im Alter von 13 bis 15 Jahren gekümmert, nachdem drei Jugendliche im Alter von 17 und 18 Jahren diese um Geld erpressen wollten.

Zwei dieser Jugendlichen waren dem Mann und den Teenagern mit der S-Bahn bis zum Münchner Bahnhof Solln gefolgt, wo sie den Mann brutal zusammenschlugen.

Nach dem vorläufigen Obduktionsbericht erlitt er von den Faustschlägen und Tritten insgesamt 22 Verletzungen am Kopf und Körper. Was letztlich die Todesursache war, ist aber noch unklar.

Gegen die zwei Täter wurde Haftbefehl wegen Mordes eröffnet. Gegen den an dem Erpressungsversuch beteiligten dritten mutmasslichen Täter - einem 17-Jährigen - beantragte die Staatsanwaltschaft am Montag Haftbefehl wegen versuchter räuberischer Erpressung.

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