Justizminister Jack Straw hatte bereits am Donnerstag angekündigt, dass Biggs aus gesundheitlichen Gründen freikommen werde. Nun bestätigte das Justizministerium die Freilassung offiziell. Noch Anfang Juli hatte Straw erneut Biggs Antrag auf Haftentlassung zurückgewiesen.

Ende Juli dann wurde der 79-Jährige mit Lungenentzündung in ein Spital im ostenglischen Norwich eingeliefert. Nach Angaben seines Sohnes geht es ihm sehr schlecht. Sein Vater werde in der Klinik bleiben müssen, "aber er wird in Würde sterben können", sagte Michael Biggs.

Biggs hat bereits drei Schlaganfälle hinter sich und kann nicht mehr reden, gehen oder essen und trinken. "Wir hoffen sehr, dass mein Vater die nächsten paar Tage überleben wird", sagte Michael Biggs.

Biggs' Geburtstag am Samstag fällt mit dem Jahrestag des grossen Postzugraubes zusammen: Am 8. August vor 46 Jahren überfielen er und 14 weitere Ganoven den Nachtzug und zogen dem Kondukteur eine Eisenstange über den Kopf.

Dann entkamen sie mit einer Beute von 2,6 Millionen Pfund - heute wären das umgerechnet 47 Millionen Euro. Die Bande wurde gefasst, Biggs bekam eine Haftstrafe von 30 Jahren.

Er flüchtete jedoch kurz darauf aus dem Knast, liess sein Gesicht umoperieren und lieferte sich 35 Jahre ein Katz-und-Maus-Spiel mit den Behörden. Schwer krank kehrte er 2001 freiwillig von Brasilien nach England zurück und wanderte gleich ins Gefängnis. Seitdem musste er aber immer wieder ins Spital.