Unfall-Prozess

«Todesfahrer» von Emmen: Dreieinhalb Jahre Gefängnis

Der Unfallwagen auf der A2 in Emmen (Bild: KaPo Luzern, Archiv)

Der Unfallwagen auf der A2 in Emmen (Bild: KaPo Luzern, Archiv)

Dreieinhalb Jahre Gefängnis erhält der «Todesfahrer» von Emmen. Die Strafe wird aber zugunsten einer stationären psychiatrischen Behandlung aufgeschoben. Der 30-jährige Schweizer hatte im 2007 auf der A2 einen Unfall mit vier Toten und fünf Verletzten verursacht.

Am 28. Juni 2007 raste der Mann mit mindestens 1,39 Promille Alkohol und gegen 90 Stundenkilometern in eine Baustelle auf der A2 bei Emmen. Er habe einfach Gas gegeben und es habe ihn nach rechts hinein gezogen, gab er zu Protokoll.

Er hinterliess ein Blutbad. Vier Arbeiter wurden tödlich, fünf weitere teils schwer verletzt. Indirekt forderte der Unfall ein weiteres Opfer. Die Freundin eines Getöteten konnte den Unfall nicht verkraften und nahm sich das Leben.

Das Verhalten des Automobilisten auf der Unfallstelle befremdete. Er war aggressiv, fand "geil", was er angerichtet hatte, und dass es "getötelet" habe. Als Grund für seine Todesfahrt gab er an, er habe die neuen Lärmschutzwände auf der Autobahn anschauen wollen.

Der Mann leidet seit mindestens 2000 an einer paranoiden Schizophrenie. Er hat Halluzinationen, hört Stimmen, wähnt sich von Spionen verfolgt. Er war deshalb schon in der Psychiatrie. 2007 setzte er allerdings die Medikamente ab und begann zunehmend Alkohol zu trinken. Der Führerausweis erhielt er nur unter der Bedingungen absoluter Nüchternheit.

Der Staatsanwalt beurteilte das Verschulden des Angeklagten als sehr schwer. Auch sei das Risiko eines Rückfalls gegeben. Er plädierte für die maximale Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren. Der Verteidiger sprach von einem mittelschweren Verschulden und plädierte für maximal eineinhalb Jahre Freiheitsstrafe.

In der Frage der Schuld waren sich beide Seiten einig: Mehrfache fahrlässige Tötung, mehrfache fahrlässige schwere Körperverletzung, Fahren eines Autos in angetrunkenem und nicht fahrfähigem Zustand sowie Missachtung der Auflagen bei der Erteilung des Führerausweises.

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