Aargauerin von Motorboot überfahren und getötet - Bootsführer flüchtet
Todesdrama auf Bielersee: Noch hat Polizei flüchtigen Bootsfahrer nicht gefunden

Die Polizei fahndet nach dem Fahrer des Motorboots, das am Sonntagabend auf dem Bielersee eine 24-jährige Frau aus dem Aargau überfahren und tödlich verletzt hat. Die Polizei sucht in Häfen und Stegen nach dem unfallverursachenden Boot.

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Bielersee

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Wichtig sei es nun, den Fahrer des Motorboots ausfindig zu machen, sagte Untersuchungsrichterin Silvia Hänzi vor den Medien in Twann am Bielersee. Es handle sich gemäss Zeugenaussage um einen 55- bis 65-jährigen Mann mit leichter Stirnglatze. Er war mit einem weissen T-Shirt bekleidet und trug eine Sonnenbrille.

Er steuerte ein teures Sportboot vom Typ «Boesch» oder Pedrazzini», ein offenbar eher unübliches Modell, wie Hänzi ausführte. Das Deck, auf dem sich möglicherweise weisse Sitzkissen befinden, ist weiss. Vermutlich befanden sich zwei bis drei weitere Personen auf dem Schiff.

Zum Unfall kam es, als das Motorboot mit hoher Geschwindigkeit auf ein kleines, gelbes Gummiboot zufuhr, auf dem sich die 24- jährige Frau und ihr Freund befanden. Das Paar hatte auf der St. Petersinsel ein Picknick gemacht und war in Richtung Lüscherz unterwegs.

Tote stammt aus Aarburg

Trotz Rufen und Handzeichen änderte das Motorboot laut Polizeiangaben seine Richtung nicht. Um sich zu retten, seien die beiden Insassen des Gummiboots ins Wasser gesprungen.

Während der Mann danach unversehrt auftauchte, zog sich seine Freundin Verletzungen zu, als sie vom Motorboot erfasst wurde. Sie verstarb am Unfallort. Unmittelbar nach dem Unfall eilten andere Bootsführer sowie Rettungskräfte zu Hilfe. Das unfallverursachende Motorboot dagegen fuhr ohne anzuhalten in Richtung Biel weiter.

Gemäss aktuellem Ermittlungsstand müsse davon ausgegangen werden, dass die junge Frau verblutet sei, wie Hänzi ausführte. Gemäss Rercherchen von Tele M1 kommt die Tote aus Aarburg AG.

Die Kantonspolizei Bern bittet alle Personen, die Angaben zum Unfall machen können, darunter insbesondere der Führer des zweiten Bootes, das den Unfall beobachtet hat, sich unter der Telefonnummer 032 344 51 11 bei der Kantonspolizei in Biel zu melden.

Die Suche laufe auch Hochtouren, erklärte Hänzi. Die Polizei sucht nun alle Häfen und Stege nach dem Boot. Weil es sich um ein spezielles Boot handelt, das eher selten ist, hofft die Polizei auf einen raschen Fahndungserfolg.

Genaue Unfallstelle unklar

Ob das Paar auf dem Gummiboot allenfalls fahrlässig gehandelt habe, könne man nicht beantworten, sagte Michael Jungi von der Seepolizei Bielersee. Er könne auch nicht sagen, wie weit das Gummiboot vom Ufer entfernt gewesen sei.

Im Uferbereich des Sees, die bis 300 Meter vom Ufer entfernt gilt, können sich gewöhnliche Gummiboote problemlos aufhalten. In diesem Bereich, so wie auch am Ufer der St. Petersinsel, müssen Tempolimits eingehalten werden. Das Maximalgeschwindigkeit beträgt hier 10 Stundenkilometer.

Ausserhalb diese Zone kann eine Boot im Prinzip so schnell fahren wie es will. Zwischen Bielerseeufer und St. Petersinsel gibte es solche Abschnitte. Dabei muss allerdings die Vortrittsregelung befolgt werden. Und Kollsionen sind in jedem Fall zu verhindern, auch wenn der Schiffslenker Vortritt hat.

Noch unklar sei allerdings der genaue Ort der Kollision mit dem Motorboot. Ob allenfalls Alkohol im Spiel gewesen sei, konnte Jungi auch nicht sagen, zumal dies reine Spekulation wäre.

Eher seltene Unfälle

Unfälle dieser Art seien auf dem Bielersee eher selten, führte Jungi aus. Zwar habe es hin und wieder Bootskollisionen gegeben, doch zumindest in jüngster Vergangenheit kam dabei niemand ums Leben.

Der Bielersee sei prinzipiell ein sicheres Gewässer, sagte Jungi weiter. Allerdings müsse man sich an die Regeln der Uferzonen halten und ausserhalb dieser stets die Kontrolle über die Boote behalten. (rsn/SDA)

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