Tochter sucht Mutter eine Stelle

Tochter sucht Mutter eine Stelle

Tochter sucht Mutter eine Stelle

Auf dem Silbertablett wollte Eveline Buntschu ihrer arbeitslosen Mutter eine Stelle servieren. Dafür gab sie vor Weihnachten ein Stelleninserat auf: «Suche einen Weihnachtsengel.»

Barbara Vogt

Vor Weihnachten, beim Durchblättern einer Zeitung, kam Eveline Buntschu aus Hunzenschwil die Idee, für ihre Mutter ein Stelleninserat aufzusetzen. Die 46-jährige Christine Buntschu verlor wegen «Umstrukturierungen» ihre Arbeitsstelle als Bürofrau.

Just am Heiligen Abend erschien das besagte Inserat in einer Zeitung: «Um meiner Mutter ein grosses Weihnachtsgeschenk machen zu können, brauche ich Ihre Hilfe. Falls Sie einen Job im kaufmännischen Bereich oder auch als Büro-Allrounderin
in den Bezirken Lenzburg, Brugg, Aarau oder im Rueder-/Suhrental anzubieten haben, melden Sie sich doch auf mamjob@hotmail.com. Bitte seien Sie ein Weihnachtsengel und helfen Sie mir, meine Mutter zu überraschen und ihren grössten Wunsch zu erfüllen. Danke!»

Eine Firma meldete sich

Bis dahin war Mutter Christine Buntschu völlig ahnungslos. Als sich jedoch eine Firma aus Gränichen postwendend auf das Inserat meldete und die Bewerbungsunterlagen anforderte, gab die Tochter ihr Geheimnis preis. «Dabei hätte ich meiner Mutter gerne eine Stelle auf dem Silbertablett serviert», sagt Eveline Buntschu. «Ich versuchte an ihre Bewerbungsunterlagen zu gelangen, das gelang mir leider nicht.»

Mit der Stelle in Gränichen klappte es dann doch nicht. «Immerhin hat die Firma mein Dossier zurückbehalten», freut sich Christine Buntschu. Das Inserat ihrer Tochter habe sie gerührt. «So etwas hätte ich nie im Leben erwartet. Es tut so gut, solche Hilfe zu spüren. Meine Tochter ist ein Goldschatz.»

«Sie gibt nie auf»

Eveline Buntschu findet es selbstverständlich, ihrer Mutter in der jetzigen Situation zu helfen. Sie selber habe bei der Stellensuche immer Glück. Als sie ihre letzte Stelle erhalten habe, sei sie sich gegenüber ihrer Mutter blöd vorgekommen. «Dabei bemüht sich meine Mutter so sehr um eine Stelle. Sie ist offen für alles, gibt nie auf.»

Christine Buntschu schreibt im Monat 30 Bewerbungen. Die meisten kommen zurück. Manchmal gehe das nahe, in solchen Momenten fühle sie sich wertlos. Aber einmal klappt es, davon ist sie überzeugt, denn: «Die Hoffnung stirbt zuletzt.»

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