Er gilt als Phänomen unter den TV-Hundeflüsterern: Cesar Millan. Für die einen ist er der «Hunde-Messias», für die anderen schlicht ein Tierquäler. In Europa strahlt der deutsche Sender Sixx seine Erziehungs-Shows aus. Im Oktober möchte Millan im Zürcher Hallenstadion auftreten. Doch dagegen wehren sich jetzt immer mehr Hundeliebhaber.

Die «Initiative für gewaltfreies Hundetraining», ein Zusammenschluss von über 150 Fachpersonen und Tierorganisationen geht nun einen Schritt weiter und will Millans Auftritt im Hallenstadion verhindern.

«Wie in Internetvideos zu sehen ist, hat Cesar Millan bis anhin mit Hilfsmitteln wie Würge-, Stachel- und Elektroschockhalsbänder und Fusstritten gearbeitet», erklären die Initianten in einer Mitteilung. Dies sei hierzulande durch das Tierschutzgesetz verboten. «Es ist anzunehmen, dass er dies immer noch tut», befürchten die Initianten.

Er nenne sein Trainingsziel «entspannte Unterwerfung», die er augenscheinlich innerhalb weniger Minuten erreicht. Eigentlich zu sehen seien jedoch Hunde, die angststarr seien oder sich aufgegeben hätten, was man als erlernte Hilflosigkeit bezeichne, erklären die Tierexperten.

Bewilligung vom Veterinäramt nötig

Als gefährlich erachten die Initianten auch, dass solche laut Gesetz verbotenen Methoden in der Schweiz von Haltern oder auch von einigen Hundetrainern kopiert und angewandt werden könnten. Dabei beginne Gewalt nicht erst mit Elektroschock-Halsbändern, sondern bereits bei der psychischen Einschüchterung und beim Leinenruck, der beim Hund Schäden an Hals und Wirbelsäule verursachen könne, teilen die Initianten mit.

(Quelle: Youtube / saranebe)

Show down with Holly slow motion

Deshalb hat die Initiative Behörden, Veranstalter und Sponsoren mit einem Brief gebeten zu überprüfen, ob der geplante Anlass im Hallenstadion bewilligt und durchgeführt werden sol. Denn es sei eine Bewilligung nötig, Hunde für kommerzielle Veranstaltungen einzusetzen. Diese müsste vom kantonalen Veterinäramt erteilt werden.

Auch Tierärzte gegen Millan Methoden

Hinter der «Initiative für gewaltfreies Hundetraining» stehen unter anderem die Schweizerische Kynologische Gesellschaft, die für das Tier im Recht, die Schweizerische tierärztliche Vereinigung für Verhaltensmedizin, Pet Dog Trainers of Europe und andere mehr.

Das Ziel ist das Verbreiten eines wissenschaftlich fundierten, ethisch vertretbaren Umganges mit Hunden. Hundehalter und -trainer sollen sensibilisiert werden, wo Gewalt im Training beginnt, wie man sie erkennt und warum man besser darauf verzichtet, auch oder gerade besonders bei Verhaltensstörungen.

Gegen solche aversive Hundererziehungsmethoden, wie sie Millan aufgrund der Videos anwendet, hat sich auch die Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte in aller Deutlichkeit ausgesprochen und stellte sich ebenfalls gegen den Auftritt von Millan.