«Haben Sie Haustiere?» So manch einer bereut es schnell, mir diese Frage gestellt zu haben oder aber er zweifelt mit einer eindeutigen Handbewegung meine Zurechnungsfähigkeit an.

Zwei Hunde, sieben Katzen, ganz viele Schildkröten, zwei Bartagamen (Schuppenkriechtiere) sowie ein 180-Liter-Aquarium voller Fische brauchen nicht nur Platz, sondern verlangen nach viel Zuwendung. Wer Tiere hält, muss auch bereit sein, viel Zeit und Arbeit dafür zu investieren. Das wiederum verlangt nach einer festen Tagesorganisation, insbesondere wenn Frauchen und Herrchen unter anderem für das Finanzieren von Futter, Zubehör und Tierarzt Geld-Verdien-Arbeiten nachgehen.

Der Wecker klingelt frühmorgens um 5.30 Uhr. Noch nicht der Job, sondern die Tiere rufen. Katzenkisten müssen gereinigt und mit Streu nachgefüllt werden. Erstaunlich, wie viele Futternäpfe täglich gesäubert und mehrfach mit frischen Futter nachgefüllt werden wollen. Lieber hätte unsere kleine Hündin das Futter der Stubentiger, gesünder für sie ist aber die das eingeweichte Hundetrockenfutter. Der grosse Rüde frisst morgens nicht, dafür abends eine grosse Portion. Bevor es auf die Gassirunde mit den Hunden geht, noch kurz auf den Treppen und in der Küche die Haare zusammenwischen - Langhaarkatzen verlieren trotz regelmässigem Bürsten ständig ein Teil ihres flauschigen Pelzes.

Wer Hunde hat, sollte gutes Schuhwerk und allen Witterungen trotzende Kleider besitzen. Über Mittag geht es mit den Hunden auf eine grössere Runde in den Wald. Davor wollen die Schildkröten, Echsen und Fische gefüttert werden. Noch schnell die Katzenkisten säubern, dann wieder zur Arbeit. Die freudige Begrüssung der Hunde beim abendlichen Nachhausekommen geht fast einher mit dem Anleinen und dem Losmarschieren auf eine weitere Gassitour.

Die Pflege des Schildkrötengeheges wie auch das Reinigen des Aquariums ist Wochenendaufgabe. Wo viele Tiere leben, gibt es viel Dreck. Tägliches Putzen ist zwingend. «Das tönt ja furchtbar anstrengend», wird der eine oder andere sagen. Stimmt ja teilweise auch. Mitleid ist trotzdem nicht angebracht. Es geschieht alles freiwillig. Genauso freiwillig hat auch der Tierarzt reagiert, als wir ihm gleich sechs der Katzen zum Kastrieren gebracht haben. Er hat uns Mengenrabatt gewährt.