Ticketskandal

Ticket-Skandal an der Fussball-WM?

Das WM-Stadion von Kapstadt.

Das neu erbaute WM-Stadion in Kapstadt

Das WM-Stadion von Kapstadt.

Ein Ticketagentur-Mitarbeiter soll hunderttausende persönliche Daten von WM-Kartenkäufern zu Geld gemacht haben. Darunter sind auch die Adressen von Ski-Ass Anja Pärson und anderen Promis.

Ein Mitarbeiter der Ticketagentur Match hat rund 250 000 personalisierte Daten von Kartenkäufern der Fussball-WM 2006 - inklusive Pass- und Sitzplatznummern sowie Adressen - an Schwarzhändler verkauft. Dies zumindest berichtet die norwegische Zeitung «Dagblatet». Die Schwarzhändler seien mit der Namensliste, die «Dagblatet» ebenfalls vorliegt, auf Kundenfang für die WM 2010 gegangen.

Der Deal war offenbar lukrativ. Ein einzelner Name soll dem Match-Mitarbeiter angeblich zwischen 1 und 2.50 Euro eingebracht haben. Und bei einigen Opfern des «Ticket-Skandals» handelt es sich um durchaus prominente Persönlichkeiten.

Prominente Opfer

So sollen auch persönlichen Daten des einstigen schwedischen Premiers Ingvar Carlsson, der Ski-Legende Anja Pärson sowie des Chefs der norwegischen Nationalbank, Svein Gjedrem, verkauft worden sein. Wie «20 Minuten» berichtet, stammen zudem rund 35 000 der 250 000 Daten von Personen aus der Schweiz.

Brisant: Bei der Match Services AG handelt es sich um die offizielle Ticketagentur der FIFA. Und: An dem Unternehmen beteiligt ist unter anderem auch das Marketing-Unternehmen Infront. Deren CEO ist Philippe Blatter - der Neffe von FIFA-Boss Sepp Blatter.

Die FIFA wollte zu dem Fall keine Stellung nehmen. Man kommentiere aus Prinzip keine Behauptungen in den Medien, liess die Organisation gegenüber der «Süddeutschen Zeitung» (SZ) verlauten. Die Agentur Match selbst streitet die Vorwürfe laut dem SZ-Bericht ab. 

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