Therwil
Therwiler schieben unruhige Ku

Sekundarschüler aus Therwil haben zur Verschönerung ihres Schulhauses riesige Holzkugeln hergestellt. Prompt haben aber Vandalen zugeschlagen.

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Therwiler Skulpturen

Therwiler Skulpturen

bz Basellandschaftliche Zeitung

Birgit Günter

Wie zwei gigantische Wollknäuel sehen sie aus, die beiden Holzkugeln, welche die Therwiler Sekundarschüler gebastelt hatten. Rund einen Kilometer Holzlatten hatten sie dafür verwendet, und 10 bis 15 Kilogramm Schrauben, um die Bretter aneinanderzuheften. Ihr Werklehrer Antoine Zgraggen hatte die Idee dazu unter anderem darum gehabt, weil das Schulgelände bei einer Qualitätskontrolle als «etwas zu nüchtern» bewertet worden war. Ziel der Kugeln war, das Schulgelände aufzuwerten.

Angst vor Zerstörung

Doch dann die grosse Enttäuschung am vergangenen Wochenende: Eine der Kugeln war plötzlich weg. Die Kette, an der sie gesichert war, war durchgesägt. Das Traurige dabei: Genau damit hatten die 15- bis 16-jährigen Sekundarschüler von Anfang an gerechnet. «Warum sollen wir etwas herstellen, das sowieso gleich wieder kaputt gemacht wird?» hatten sie gefragt, als Zgraggen ihnen die Idee vorgestellt hatte. Doch Zgraggen wollte nicht klein beigeben. «Es ist doch schade, wenn man deswegen in Resignation verfällt», findet er.
Immerhin: Die entwendete Kugel haben Schüler bei einer Suchaktion am Montag wieder gefunden. Sie lag leicht lädiert im nahen Bach. Bei den Tätern handelt es sich wohl um Jugendliche, die sich dabei nicht viel gedacht hatten, vermutet der Werklehrer.

Denn schon während der Herstellung der Kugeln hatten andere Schüler sie davon gerollt und dabei beschädigt. Zur Strafe mussten die Buben in ihrer Freizeit an den Kugeln mitarbeiten - und seither sind sie grosse Fans dieser Skulpturen. «Oft handeln jugendliche Vandalen aus Langweile und Gleichgültigkeit», meint der Werklehrer. Sobald sie aber eine interessante Beschäftigung hätten, seien sie durchaus bereit, sich auch für eine Sache einzusetzen. «Jetzt sagen sie, sie würden so etwas Dummes nie wieder tun», erzählt er. Trotzdem ist dem Lehrer und der Klasse das Zerstörungs-Risiko auf dem Schulgelände etwas zu gross. Darum sucht man nun andere Standorte in der Gemeinde für die Kunstwerke - zum Beispiel das Altersheim. Klar ist für den Werklehrer auch: «In Zukunft müssen wir Projekte vermehrt darauf prüfen, wie Vandalismus-resistent sie sind.»