Stadt Solothurn
«Tempo 30» rasant umgesetzt

«Tempo 30» war lange ein Papiertiger, der vor allem auch Gemeinderatsakten füllte. Nun aber gilts erst: Die Stadtpolizei hat mit der Umsetzung der Zonen in jenen vier Quartieren begonnen, die vor einem Jahr von den politischen Behörden abgesegnet worden waren.

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Tempo 30

Tempo 30

Solothurner Zeitung

Wolfgang Wagmann

Plötzlich ging alles sehr schnell. «Eigentlich wollten wir zuerst das Schöngrünquartier signalisieren und erst dann die anderen drei Quartiere», erklären sowohl Stadtpolizei-Kommandant Peter Fedeli als auch der technische Dienstchef Christoph Wenck, warum an einigen Ecken der Stadt gleichzeitig Stelen mit der Signalisation «Tempo 30» aus dem Boden gewachsen sind. «Zuerst meldete die Firma Signal AG Lieferschwierigkeiten, und dann waren plötzlich alle Signale miteinander da.» Also entschloss sich die Stadtpolizei, auch überall anzufangen. Christoph Wenck: «Statt die Stelen einzubetonieren, wurde lediglich gebohrt und dann geschraubt. Das geht schneller und ist günstiger.» Und so dürften bei gutem Wetter die Signalisationen und Markierungen schon in den nächsten zwei Wochen beendet sein. «Es gibt aber schon noch zu tun, müssen doch noch Parkfelder versetzt werden.»

Die Funktion des «Einfahrtstores»

Jede Quartierstrassen-Einfahrt in den vier ausgewählten Quartieren Schöngrün, Hübeli/Hofmatt, Schützenmatt/Steinbrugg sowie Käppeli-hof/Industrie erhält eine Stele als so genanntes «Einfahrtstor», das auch eine abbremsende Wirkung haben soll. Es sei nicht die Meinung, dass man so wie bisher in die Strassen einfahren könne, begründet Wenck die gewählte Signalisation beim Zonen-Beginn. Allerdings hatte sich der Gemeinderat schon für eine «Soft-Variante» entschieden, und auf weitergehende bauliche Massnahmen wie Schwellen aus Kostengründen verzichtet. Die Signalisation ist mit dem Anbringen noch nicht rechtskräftig, sondern erst, wenn die Abnahme durch Christoph Wenk erfolgt ist. Dies dürfte in den genannten zwei, drei Wochen der Fall sein, und ab dann müssen die Massnahmen ohnehin auch auf ihre Wirksamkeit überprüft, sprich das gefahrene Tempo kontrolliert werden.

Und die Ausnahmen

Gegen die Zonen hatte es einige Einsprachen gegeben, die erledigt seien, so Christoph Wenck. Noch in der Schwebe sei jedoch die Langendorfstrasse, die schon im Gemeinderat am meisten Diskussionsstoff gegeben hatte. Sie sei von der aktuellen Signalisation noch ausgenommen, bis vom Kanton eine definitive Verfügung vorliege. Gegen den Einbezug der Langendorfstrasse hatte insbesondere die Gemeinde Bellach, unterstützt von Langendorf, opponiert - beide Gemeinden befürchteten vermehrten Fluchtverkehr über ihre Dorfstrassen. Auch der Wegfall von Fussgängerstreifen - «Tempo 30» schreibt dies ausser bei Schulen und Heimen vor - ist gemäss Wenck angesichts dieser Ausnahmemöglichkeit noch nicht ganz geklärt. Sicher fällt die Grenchenstrasse als früher wichtige Sammelstrasse unter das «30er Regime», nicht aber die Weissenstein- und die Schöngrünstrasse - Letztere auch wegen der Spital-Ambulanzen.

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