Der heute 76-Jährige verfechte seit mehr als drei Jahrzehnten die These, dass Forschung und Glauben gegenseitig Schaden nehmen, wenn einer versuche den anderen zu dominieren, erklärte die Jury in Washington.

Der Templeton-Preis wird seit 1973 verliehen und soll wissenschaftliches und spirituelles Denken verbinden. Mit einer Million Pfund (fast 1,6 Millionen Franken) liegt das Preisgeld bewusst über dem des Nobelpreises, um die Bedeutung des Geistlichen in der Wissenschaft zu betonen. Damit gilt die von dem britischen Finanzinvestor John Templeton gestiftete Ehrung als höchst dotierter Einzelpreis der Welt.

Der ersten Preisträgerin Mutter Teresa folgten unter anderem 1983 Alexander Solschenizyn, 1989 Carl Friedrich von Weizsäcker und zuletzt 2009 der französische Physiker Bernard d'Espagnat.

Ayala studierte als junger Mann in Madrid sowohl Biologie als auch Theologie und wurde sogar zum Priester geweiht. Der Spanier ging 1961 nach New York und wurde zehn Jahre später amerikanischer Staatsbürger. Derzeit lehrt und forscht er an der Universität von Kalifornien in Irvine.

Ayala war 1981 Sachverständiger in einem Gerichtsverfahren, in dem es um den sogenannten Kreationismus ging, die religiöse Gegenlehre zur Evolutionstheorie. Ayala gilt als skeptisch gegenüber den Kreationisten und bezweifelt deren These eines "intelligenten Designs" mit einer einfachen Gegenthese: Die Natur sei so voller Fehler und Grausamkeiten und viele Organismen so unvollkommen, dass sich das gut mit einer Evolution erklären lasse - nicht aber mit einer intelligenten Schöpfung.