Teilen und Tauschen macht Sinn und bringt viel Spass

Bei der Abgabe von zwei Spielsachen erhalten die Kinder in den Sammelstellen einen Bon für ein Spielzeug. Diesen Bon können sie am Geschenk-Tausch-Tag einlösen. Foto: zvg

Spielsachen

Bei der Abgabe von zwei Spielsachen erhalten die Kinder in den Sammelstellen einen Bon für ein Spielzeug. Diesen Bon können sie am Geschenk-Tausch-Tag einlösen. Foto: zvg

In Aarau findet zum ersten Mal eine Geschenk-Tausch-Aktion statt. Kinder zwischen drei und zehn Jahren können daran teilnehmen und zwei Spielsachen abgeben, die sie nicht mehr brauchen, und damit anderen Kindern eine Freude machen.

Philipp Muntwiler

An fünf Sammelstellen in Aarau können Kinder zwischen drei und zehn Jahren ihre gut erhaltenen Spielsachen abgeben. Sie erhalten im Gegenzug einen Bon. Damit können sie sich dann am grossen Geschenk-Tausch-Tag selber ein Spielzeug aussuchen. Der Bon für das zweite abgegebene Spielzeug geht an ein Kind aus ärmeren Verhältnissen. Diese Bons werden durch Caritas Aarau verteilt.

Die Idee zu dieser Aktion hatte Ricarda Zimmerli. «Eine Frau aus meinem Quartier hat mir von ihren Problemen wegen der Wirtschaftskrise erzählt. Ich überlegte mir, wie ich solchen Familien helfen könnte.» In der Weihnachtszeit werde das Familienbudget wegen der Geschenke zusätzlich belastet. Doch wie könnte es entlastet werden? Zimmerli fiel spontan eine Spielzeug-Tauschbörse ein. Sie hat im Freundeskreis bereits Erfahrungen mit Kleidertausch gemacht. Sie dachte sich, dass dies auch auf Spielsachen übertragbar sein müsse.

Im Internet ist die junge Mutter schliesslich auf die Basler Geschenk-Tausch-Aktion gestossen, die dieses Jahr bereits zum zwölften Mal stattfindet, und wusste: «Jawohl, das ist es!» Sie erzählte anderen Familienfrauen von ihrer Idee. Der Grundgedanke überzeugte alle, auch Corinne Mahler. Anstatt ein nicht mehr benötigtes Spielzeug wegzuwerfen, kann damit einem anderen Kind eine Freude gemacht werden. So werde die Umwelt geschont und den Kindern vermittelt, dass Teilen und Tauschen Sinn mache und zudem viel Spass bringe.

Die Geschenk-Tausch-Aktion läuft seit letzter Woche. Es seien bereits einige «ganz lässige» Spielsachen zusammengekommen, bestätigt Mahler. Beispielsweise eine Werkbank, ein Puppenhaus oder ein Kindervelo. Die fünf Sammelstellen liegen gut erreichbar in der Stadt verteilt: in der Telli, der Altstadt, beim Bahnhof und in der Laurenzenvorstadt.

Die Aktion sei aber nicht nur auf die Stadt Aarau beschränkt. Es können alle mitmachen, die wollen. Denn je mehr Kinder mitmachen, desto grösser sei schlussendlich die Auswahl am Geschenk-Tausch-Tag und es können auch mehr Kinder unterstützt werden.

Bis zum 9. Dezember nehmen die Sammelstellen Spielsachen entgegen und geben Bons aus. Mahler und Zimmerli betonen, dass nur altersgerechte und sinnvolle Spielsachen angenommen werden. Kriegsspielzeug komme überhaupt nicht in Frage, sind sie sich einig. Auch defekte Sachen würden abgelehnt. «Wir sind keine Entsorgungsstation.» Plüschtiere sind sehr willkommen, sie müssen aber aus Hygiene-Gründen gewaschen sein.

Am Mittwoch, 16. Dezember, findet im Sauerländer Keller der grosse Geschenk-Tausch-Tag statt. Die gesammelten Spielsachen werden von 14 bis 19 Uhr in einem Raum präsentiert. Dieser Tag soll für die Kinder zu einem Erlebnis werden. Sie sollen stundenlang im Angebot schmökern und das auswählen können, was ihnen am besten gefällt. Um die Wartezeit für die Erwachsenen zu verkürzen, werden Kaffee und Kuchen angeboten.
Zimmerli möchte die Aktion langfristig etablieren. «Es soll ein Ritual werden, das während der Weihnachtszeit zu Aarau gehört. Das wäre schön», sagt sie.

Im nächsten Jahr möchte sie aber in jedem Fall mit der Organisation früher beginnen. Denn von der Idee bis zum Start vergingen heuer gerade mal drei Wochen. Umso gespannter ist sie auf das Ergebnis dieser ersten Geschenk-Tausch-Aktion.

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