Gino (alle Namen geändert) hatte zugegeben, seiner geistig leicht behinderten Adoptivtochter Dolores im gegenseitigen Einverständnis nach deren 16. Geburtstag körperlich nah gekommen zu sein und nachdem sie 18-jährig war, mit ihr, vom Mädchen auch gewollt, Geschlechtsverkehr gehabt zu haben.

Die heute 22-jährige Dolores hatte widersprüchliche Angaben darüber gemacht, wann die sexuellen Handlungen angefangen hatten. In der ersten Einvernahme durch die Polizei und offenbar auch ihrer Zwillingsschwester und der Adoptivmutter gegenüber hatte Dolores erwähnt, dass die Berührungen im Intimbereich zwischen ihr und Gino bereits begonnen hätten, als sie erst elfjährig war, weshalb Gino sowohl der sexuellen Handlungen mit einem Kind als auch mit einer Abhängigen (also zwischen 16 und 18 Jahren) angeklagt war.

Der Strafantrag des Staatsanwaltes wurde um ein Jahr auf drei Jahre reduziert. 18 Monate davon muss Gino absitzen, ebenso viel wird ihm bedingt erlassen. Den Tatbestand der Schändung - wegen Dolores' leichter Behinderung - sah das Gericht unter Vorsitz von Guido Näf nicht erfüllt. (rmm)