Technopark

Technopark Aargau wächst weiter

Schaffen Platz: Otex-Chef Alex Reinhart und Professor Thomas Schmitt in der alten Halle, wo bis September neue Technopark-Räume entstehen werden. (Emanuel Freudiger)

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Schaffen Platz: Otex-Chef Alex Reinhart und Professor Thomas Schmitt in der alten Halle, wo bis September neue Technopark-Räume entstehen werden. (Emanuel Freudiger)

Auf 30 Firmen ist der Technopark Aargau gewachsen. «Wir haben akuten Platzbedarf», sagt Thomas Schmitt – und schafft rasch Abhilfe. Im Kunz-Areal von Unterwindisch wird die Elektrowerkstatt für Jungunternehmen ausgebaut.

Hans Lüthi

Spürt der Technopark keine Wirtschaftskrise, fragt man sich angesichts der grossen Ausbaupläne. «Im ersten Halbjahr 2009 ging überhaupt nichts, doch dann war der Zulauf sehr gross. Jetzt sind wir bereits zu 90 Prozent ausgelastet und damit nahe der Kapazitätsgrenze», erklärt Technopark-Geschäftsführer Thomas Schmitt. In einem grossen Altbau der einstigen Spinnerei Kunz in Unterwindisch stehen dem Technopark Aargau rund 1600 Quadratmeter Bürofläche zur Verfügung. Mit 30 akkreditierten Start-up-Firmen ist damit der erste Technopark-Teil realisiert.

Ab September bezugsbereit

Die zweite Runde beginnt, in den Köpfen der Promotoren ist sie schon weit gediehen. «Jetzt haben wir ganz grosse und relativ kleine Einzelräume», betont Schmitt zum Platzproblem. Am neuen Ort, im alten Langbau, direkt neben dem Wasserkraftwerk zentral gelegen, sind sechs Räume mit der Wunschgrösse von 35 bis 55 Quadratmetern vorgesehen. Dank der Höhe des historischen Bauwerks ist der teilweise Einbau von Zwischenböden denkbar, womit sich die Jungfirmen bei Bedarf zusätzlichen Platz schaffen können. Und es soll schnell gehen: «Ich hoffe, die ab September bezugsbereiten Räume seien Ende Jahr schon belegt», meint Professor Thomas Schmitt.

Männerlastige Angelegenheit

Die meisten Jungunternehmen haben sich bisher erfreulich entwickelt, die Start-up-Firmen bestehen oft nur aus ein bis zwei Mitwirkenden. Nur vereinzelt sind 6 bis 7 Mann tätig. Apropos Mann: Der Technopark ist extrem männerlastig, das hat offenbar mit der Ausrichtung der neuen Kleinunternehmen zu tun. «Die Hälfte sind in der IT-Branche tätig, rund 30 Prozent im Bereich Ingeneering und 20 Prozent machen Dienstleistungen. Nur eine Frau hat bisher ein innovatives Projekt lanciert: Kinderkleider für Frühgeburten. Die Frau macht alles selber, vom Design bis zum Verkauf, nur die Fertigung der kleinen Spezialkleider erfolgt durch Heimarbeiterinnen im Tessin. Schwierig ist es für die Firmen oft, genügend Geld zu bekommen, vor allem durch Sponsoren. Zwei Unternehmen haben aus finanziellen Gründen die Segel gestrichen.

Unter Denkmalschutz steht das Langhaus für die zweite Etappe des Technoparks. «Das war 1827 der erste Bau überhaupt, den der Spinnerei-Industrielle Heinrich Kunz hier neben der Reuss in Unterwindisch erstellen liess», erklärt der Vorsitzende Alex Reinhart von der Otex in Windisch. Die spätere Elektrowerkstatt steht längst unter Denkmalschutz, ebenso wie weitere historische Bauten im grossen Spinnerei-Gelände. Die Otex hat alle Kunz-Immobilien der im Holzbau tätigen Hiag-Gruppe verkauft, betreibt aber die Textilaktivitäten weiterhin. Der neue Investor betrachte das als langfristiges Engagement und habe auch die Verpflichtung übernommen, dem Technopark Aargau für die notwendige Entwicklung den nötigen Raum zu schaffen, versichert Alex Reinhart.

200 Wohnungen geplant

Ein neues Quartier ist auch rund um den Technopark im Aufbau. Zu den bestehenden, höchst begehrten Lofts und Ateliers in den Kosthäusern sind 200 neue Wohnungen und Lofts Richtung Kanal und Reuss geplant, im Stegbünt zudem «65 Wohnungen mit Schwergewicht auf Eigentum», sagt Reinhart zum neuen Leben, das längst aus den Kunz-Ruinen erblüht.

Viel Betrieb herrscht auch im Rekrutierungszentrum: 9000 Stellungspflichtige aus acht Kantonen werden pro Jahr hier ausgehoben, das Zentrum ist an 40 Wochen belegt.

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