Auch am Montag konnte die Bohrung eines Rettungsschachtes zunächst nicht wie geplant in Angriff genommen werden. Technische Probleme verzögerten den Einsatz des Spezialbohrers.

Ausserdem wurden noch ein besonderer Bohrkopf und ein weiterer, stärkerer Motor aus Deutschland an der Mine San José erwartet, sagte ein Sprecher des Minenministeriums. Damit solle die Bohrung beschleunigt und die Leidenszeit der Kumpel verkürzt werden.

Rettung dauert Monate

Allerdings wird es bis zu vier Monate dauern, bis die seit dem 5. August in 700 Meter Tiefe eingeschlossenen Kumpel an die Oberfläche geholt werden können.

Der Spezialbohrer Strata 950 kämpft sich Tag für Tag nur 8 bis 15 Meter tiefer durch das harte Gestein. Der entstehende Kanal ist etwa 40 Zentimeter breit und wird in einem zweiten Bohrgang auf 66 bis 70 Zentimeter erweitert. Dann sollen die Männer in einem Korb einer nach dem anderen nach oben gezogen werden.

Besonders während des zweiten Bohrgangs werden tausende Tonnen Geröll in der Röhre nach unten fallen und von den eingeschlossenen Bergarbeitern zur Seite geräumt werden müssen. Dafür verfügten sie aber über die notwendigen Maschinen, berichteten chilenische Medien.

Zweite Bohrung geplant

In einigen Tagen könnte noch eine zweite Bohrung beginnen, die mit einem anderen Bohrer auf einen 100 Meter höher gelegenen Punkt in dem weit verzweigten Stollensystem der Kupfer- und Goldmine San José in der Atacama-Wüste zielt. Die Retter hoffen, die Kumpel auf diesem Wege eventuell schon nach zwei Monaten an die Oberfläche holen zu können.

Den Männern unter Tage geht es den Umständen entsprechend gut. Sie werden durch eine enge Versorgungsröhre mit Lebensmitteln, Getränken, Medikamenten und Nachrichten von ihren Angehörigen versorgt. Einige leiden jedoch einem Bericht der spanischen Zeitung "El País" zufolge unter Alkohol- und Tabakentzug.