Qualen

Tausende erinnern mit Schweigemarsch an gequälte Kinder in Irland

Schweigemarsch in Dublin

Schweigemarsch in Dublin

Tausende Menschen haben in Irland mit einem Schweigemarsch an die Missbrauchsopfer in Schulen und Kinderheimen der katholischen Kirche erinnert. Die Demonstranten trugen weisse Bänder und stellten symbolisch Kinderschuhe vor dem Parlamentsgebäude in der Hauptstadt Dublin ab.

Angeführt wurde der Zug von vier Überlebenden, die "in Erinnerung an die Lebenden und die Toten" zwei weisse und zwei schwarze Kränze vor dem Leinster House niederlegten. Die Polizei sprach von 7000 Demonstranten, die Zeitung "The Irish Times" von bis zu 15'000 Teilnehmern.

In einer Petition forderten die Veranstalter "Gerechtigkeit, Rechenschaft und Wiedergutmachung für die unvorstellbaren Verbrechen, die an den Kindern unseres Landes verübt wurden".

Der Dubliner Erzbischof Diarmuid Martin nahm nicht an dem Schweigemarsch teil, weil er nach eigenen Angaben zur gleichen Zeit bei einem Treffen katholischer Bischöfe zum sogenannten Ryan-Bericht war. Der Bericht über die Qualen von Mädchen und Jungen in Schulen, Kinderheimen und anderen Erziehungseinrichtungen der katholischen Kirche hatte Irland im Mai erschüttert.

Prügel und der sexuelle Missbrauch vor allem von Jungen waren demnach in diesen Häusern seit den 30er Jahren an der Tagesordnung. Die Studie wirft Kirche und Staat in Irland vor, die Augen vor den Zuständen in den Heimen verschlossen zu haben.

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