Taschendiebe

Taschendiebe in Schnellzügen

Warnung: Diebe suchen auch auf Aargauer Bahnhöfen – hier in Baden – nach Opfern (Szene gestellt). (Emanuel Freudiger)

Diebe

Warnung: Diebe suchen auch auf Aargauer Bahnhöfen – hier in Baden – nach Opfern (Szene gestellt). (Emanuel Freudiger)

«Es ging alles blitzschnell», erzählt die 31-jährige D. aus Zürich. In Baden wurde sie in einem wartenden Zug das Opfer von Taschendieben. Die Täter sind raffiniert und hinterlassen keine Spuren.

Michael Spillmann

Als sich der Zug nach 17 Uhr in Richtung Zürich langsam in Bewegung setzte, bemerkte die 31-jährige Zürcherin D. (Name der Redaktion bekannt), dass ihr Portemonnaie weg war. Und ihr war sofort klar, wo dieses sein musste: «Zwischen zwei Zugwagen hat sich ein Mann sehr ungeschickt an mir vorbeigedrängelt.» Dabei habe der Mann mit osteuropäischem Akzent gefragt, wo denn die erste Klasse sei. «Es ging alles blitzschnell. Ich habe daraufhin dem Kondukteur gesagt, ich sei bestohlen worden», erzählt sie weiter. Dann lief die Frau auf der Suche nach dem Mann den ganzen Zug ab. Doch der Dieb hatte den Zug verlassen, bevor die Türen zugingen. In Zürich angekommen, meldete das Opfer den Diebstahl auf dem Polizeiposten im Hauptbahnhof.

Die Polizei geht bei den Tätern von organisierten Diebesbanden aus, die meist aus Osteuropa stammen und raffiniert und äusserst professionell arbeiten. Der Kantonspolizei sind mehrere Fälle solcher Taschendiebstähle von den Bahnhöfen in Aarau, Brugg und Baden bekannt. Klar ist: Die Diebe schlagen dort zu, wo sich viele Menschen aufhalten - in Einkaufszentren oder bei Grossanlässen. Und auch immer wieder auf Bahnhöfen oder in überfüllten Zügen, wo sie sich ihre Opfer bereits auf dem Perron aussuchen.

Diebesgut wird weitergegeben

Eine Reisende sei am Bahnhof Winterthur von drei gut gekleideten Männern eingekreist worden, berichtete «20 Minuten» gestern. Bis sie merkte, dass einer seine Hand in ihrer Tasche hatte. Das passt zum Auftreten der Diebe am vergangenen Montag in Baden. «Er war gut gekleidet und nicht unattraktiv», erklärt die 31-jährige Zürcherin. Und weiter: «Hinter mir stand noch ein weiterer Mann. Bei der Polizei sagte man mir, dass sie sich das Diebesgut wohl sofort weitergeben.» Die leeren Portemonnaies lassen sie für immer verschwinden - und hinterlassen keine Spuren. «Diebe an Bahnhöfen und in Zügen sind leider nichts Neues», sagt dazu SBB-Mediensprecher Roman Marti. Von einer Häufung solcher Vorfälle will er nicht reden. Die Bahn- und die Kantonspolizei arbeiten im Kampf gegen die Diebesbanden eng zusammen. Welche Überwachungsmassnahmen die SBB gegen das Problem treffen, geben sie aus taktischen Gründen nicht bekannt. «Die Trickdiebe sind offensichtlich sehr raffiniert. Wir können aber nun mal an Bahnhöfen keinen Charaktertest für Eintretende machen», erklärt Marti.

Meistgesehen

Artboard 1