Tagesmenü: Gegarter Wildschweinkopf

Die Familie Brader trifft auf ihrer Weltreise in Neuseeland auf eine Maori-Frau, die ihnen zeigt, wie die Naturküche der Maoris funktioniert und was heute auf dem Menüplan steht.

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Maori

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Zur Verfügung gestellt

Evelyne Brader
Unsere Faszination für die dampfende Erde, blubbernden Schlammlöcher und skurril anmutenden Landschaften hat uns heute dazu bewogen, einen Ausflug zu den ‚Thermal Pool & Walk in Tokaanu', Nordinsel zu unternehmen.

Hier ist die ganze Sache nicht kommerziell aufgezogen, was bedeutet, dass man sehr nahe an die brodelnden Löcher und Seen stehen kann. Die Hitze schlägt uns ins Gesicht, die Dämpfe und der Gestank betören unsere Sinne (nicht nur im Positiven). Wir sind wie verhext. Ich setz mich auf einen Holzsteg und kann mir sehr gut vorstellen, wie man hier die Inspiration findet, einen Fantasieroman zu schreiben.

Die Braders Eine Familie, die ein ganzes Jahr zusammen auf Weltreise geht, ist speziell, keine Frage. Chef-Weltreisender ist Vater Reto, 44. Er arbeitete bereits längere Zeit im Ausland, unter anderem für Hewlett Packard im kanadischen Edmonton, wo auch die beiden Söhne zur Welt kamen. Reto ist Ingenieur der Elektrotechnik und führt einen MBA-Titel. Zuletzt hat er als General-Manager den Marktaufbau für Pixelmetrix in Europa und Asien geleitet. Mutter Evelyne, 38, ist Künstlerin und Galeristin und kommt aus Würenlos. Sie ist ausgebildete Bildhauerin und verkuaft ihre Arbeiten über führende Galerien. Andrin feierte seinen 13. Geburtstag auf der Queen Mary 2. Er steht auf Robbie Williams, Mr. Bean und Spongebob. Roman ist mit 11 das jüngste Familienmitglied, findet den kleinen Nils toll und spielt selber gerne Fussball - oder auch mal eine Schneeballschlacht. Die Reise kann auf verschiedenen Kanälen mitverfolgt werden: auf a-z.ch schreibt Evelyne Brader exklusiv von ihrer Reise. Und auf ihrer Website publizieren die Braders viele Fotos - und je ein persönliches Tagebuch. www.messageinabottle.ch  

Die Braders Eine Familie, die ein ganzes Jahr zusammen auf Weltreise geht, ist speziell, keine Frage. Chef-Weltreisender ist Vater Reto, 44. Er arbeitete bereits längere Zeit im Ausland, unter anderem für Hewlett Packard im kanadischen Edmonton, wo auch die beiden Söhne zur Welt kamen. Reto ist Ingenieur der Elektrotechnik und führt einen MBA-Titel. Zuletzt hat er als General-Manager den Marktaufbau für Pixelmetrix in Europa und Asien geleitet. Mutter Evelyne, 38, ist Künstlerin und Galeristin und kommt aus Würenlos. Sie ist ausgebildete Bildhauerin und verkuaft ihre Arbeiten über führende Galerien. Andrin feierte seinen 13. Geburtstag auf der Queen Mary 2. Er steht auf Robbie Williams, Mr. Bean und Spongebob. Roman ist mit 11 das jüngste Familienmitglied, findet den kleinen Nils toll und spielt selber gerne Fussball - oder auch mal eine Schneeballschlacht. Die Reise kann auf verschiedenen Kanälen mitverfolgt werden: auf a-z.ch schreibt Evelyne Brader exklusiv von ihrer Reise. Und auf ihrer Website publizieren die Braders viele Fotos - und je ein persönliches Tagebuch. www.messageinabottle.ch  

Die Moose hängen von den Bäumen in all ihren grünen Farbnuancen, der Dampf steigt aus Gewässer, die so klar sind, dass man gleich daraus trinken will. Wäre da nicht die gegarten Überreste einer versoffenen Amsel, man könnte gleich in Versuchung kommen, sich die Kleider vom Leib zu streifen und in diese Tümpel zu springen. Hinter uns liegen majestätisch die drei leicht verschneiten, noch aktiven Vulkane. Idyllisch, romantisch und zauberhaft offenbart sich die Welt uns einmal mehr hier in Neuseeland.

Wir kommen zu einem Loch, aus dem kochendes Wasser zischt und sich bis zu 40 cm hoch in den Himmel aufbäumt. Der Blick ins Innere unseres Erdballs gleich neben uns lässt uns so klein erscheinen! Wie fragil wir doch sind! Würde dieses Loch plötzlich beschliessen, ein Geysir zu sein, wir sähen wohl ähnlich aus, wie die Amsel... Eine Maorifrau gesellt sich zu uns. Unsere Faszination über das Gesehene bleibt auch ihr nicht verborgen! Sie erklärt uns: „Dieses Loch lag bis vor einem Monat still da. Eines Morgens plötzlich bebte die Erde und es erschien mir, wie wenn ein Zug unterirdisch angedonnert kam. Eine 15 Meter hohe, heisse Fontaine spritzte aus dem Loch."

Sie fragt, ob wir die Naturküche der Maoris schon besucht hätten.
„Nein."
„Ich will sie euch zeigen!"
Wir folgen ihr. Diesen Ort hätten wir nie als Küche erkannt! Unter unseren Füssen liegt eine kleine Schlucht in zarten Orange-Rottönen. Aus dieser dampft und broddelt siedendes Wasser empor. Die Maorifrau erklärt uns, dass sie jeweils ein Sieb mit ein paar Eiern da rein stellt und zwei Minuten später seien die Eier perfekt gekocht!

Wir gehen ein paar Schritte weiter und stehen vor hölzernen, dampfenden Rechtecken, die mit Holzlatten zugedeckt sind. Sie hebt einen der Deckel und uns blickt zwischen all dem Dampf ein behaarter, gut gegarter Wildschweinkopf an!

„So kochen wir Maoris. Für grosse Braten und Festessen, benötigen wir die grossen Ofenlöcher, für kleinere Leckereien, Fisch oder auch zum Brotbacken diese kleinen. Und während die Natur für uns kocht, gehen wir in den heissen Quellen baden!"

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