Täter anhand von Video im Netz gesucht

Zum ersten Mal veröffentlicht die Basler Staatsanwaltschaft eine Aufzeichnung einer BVB-Überwachungskamera, um zwei Schläger ausfindig machen zu können.

Muriel Mercier

Seit dem 10. März tappt die Basler Staatsanwaltschaft im Dunkeln: Damals wurde ein Fahrgast im BVB-Bus der Linie 30 von zwei Tätern brutal zusammengeschlagen, der 24-Jährige erlitt massive Kiefer- und Zahnverletzungen. Aber obwohl um kurz nach 20 Uhr noch einige Fahrgäste im Bus sassen, hat die Stawa keine Hinweise von Zeugen erhalten und konnte so die Schläger bis heute nicht ausfindig machen.

Gestern Morgen griff sie dann zu ganz neuen Mitteln - und veröffentlichte auf www.stawa.bs.ch eine Videosequenz der Überwachungskamera, auf der sowohl die beiden Täter als auch das Opfer während der Tat deutlich zu erkennen sind. «Bisher haben wir der Öffentlichkeit immer nur einzelne Bilder aus den Filmen gezeigt», erklärt Stawa-Sprecher Markus Melzl. Denn: «Wir versuchen immer zuerst, die Täterschaft intern zu ermitteln. Aber nach drei Monaten ohne Resultat haben wir uns für die Veröffentlichung der qualitativ guten Aufnahmen entschieden.»

Stawa fragt BVB oft an

Damit solche Übergriffe wie der besagte, der sich an einem Dienstagabend zwischen den Haltestellen Johanniterbrücke und Feldbergstrasse ereignete, vermieden werden können, haben die Basler Verkehrsbetriebe (BVB) in praktisch allen ihrer 89 Bussen, in allen 125 Trammotorwagen und in der Hälfte der 76 Tramanhänger Kameras installiert, führt BVB-Sprecherin Dagmar Jenny aus. Ein Mittel, das von der Stawa gerne genutzt wird: «Die Stawa fordert bei uns regelmässig Aufzeichnungen an.» Dass sie sich aber äussere, sie brauche die Hilfe der Bevölkerung, sei so noch nie vorgekommen, bestätigt Jenny.

Die BVB hat vor, künftig auch die restlichen Tramwagen und gewisse Haltestellen mit Videokameras zu überwachen (bz von gestern). Mit diesem Vorhaben steht sie nicht alleine da: Auch die SBB möchten bis Ende 2010 rund 140 statt wie bisher nur 80 Verkaufsräume und Billettautomaten mit Videokameras ausstatten. Ob die Videoaufzeichnungen auf der Internetseite der Stawa die beiden Täter ans Licht führt, weiss Melzl noch nicht. Bis gestern Abend gingen keine stichfesten Hinweise ein.

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