Flughafen
Swiss-Chef: «Der leere Flughafen war mein schrecklichster Moment»

Die Flugsperre über Europa hat der Swiss stark zugesetzt. In der Sendung «Rundschau» des Schweizer Fernsehens äussert sich Harry Hohmeister, CEO der Swiss, zu den Folgen der Aschewolke.

Drucken
Teilen
Harry Hohmeister

Harry Hohmeister

Keystone

Das schlimmste Erlebnis für Hohmeister sei am vergangenen Samstag gewesen, als er am Flughafen ankam und alles leer gewesen sei, die Tafel rot vor lauter gecancelten Flügen. «Das war mein schrecklichster Moment, weil wir nicht wussten, wie es weitergeht», so Hohmeister zur «Rundschau».

Den gesamten Verlust für die Swiss beziffert Hohmeister bisher im zweistelligen Millionenbereich. «Mit fünf bis sechs Millionen Franken Verlust pro Tag sind wir wahrscheinlich in einer realistischen Grössenordnung.» Genaue Zahlen werde erst die Nachkalkulation in den nächsten Tagen ergeben.

Bezüglich Schadenersatzforderungen an den Staat wollte sich der Swiss-CEO nicht konkret äussern. Man sei daran, rechtliche und politische Aspekte zu prüfen. Seine persönliche Meinung dazu: «Ich hoffe, dass die Politik, aber auch die Gesellschaft Verständnis dafür hat, dass die Aviatik hier das Risiko nicht alleine tragen kann. Wir kommen aus einer Finanzkrise, die auch den Luftverkehr sehr hart getroffen hat, und können eine solche Naturkrise, wie sie jetzt durch den Vulkanausbruch ausgelöst wurde, nicht einfach so wegstecken.»

Flächendeckende Analyse

Lobende Worte hat Hohmeister in der Abwicklung der Krise für die Schweizer Behörden. «Wir hatten mit den Behörden, insbesondere mit dem BAZL und mit Skyguide, eine sehr gute Zusammenarbeit. Ich selber war mit dem BAZL-Chef ständig in Kontakt.» Für Hohmeister besteht kein Zweifel, dass es jetzt gelte, aus dem Vorgefallenen Lehren zu ziehen.

«Niemand hat offensichtlich mit einem Vulkanausbruch, der Auswirkungen auf Mitteleuropa hat, gerechnet. Wir sammeln jetzt alle möglichen Daten an unseren Flugzeugen, die jetzt wieder geflogen sind. Wir schauen, ob da jetzt wirklich Vulkanasche sich nachweisen lässt. Wir sammeln diese Daten im ganzen Lufthansa-Konzern, um flächendeckende Analysen zu bekommen. Wir müssen lernen, mit dieser Situation umzugehen.» (dge)

Aktuelle Nachrichten