Postauto
SVP-Grossräte fordern gelbe Postautos zurück

Für ein einheitliches Bild aller A-Welle-Busse musste das traditionelle Gelb weichen. Nun fordern drei SVP-Grossräte die gelben Riesen zurück. Ein entsprechender Vorstoss ist bei der Regierung deponiert.

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Sven Zaugg

Die weissen Postautos der A-Welle scheinen nicht das Gelbe vom Ei zu sein. So zumindest sehen es die drei SVP-Grossräte Jörg Hunn, Richard Plüss und Jürg Stüssi. Ihre Forderung - die öffentlichen Busse des Tarifverbundes A-Welle sollen ihr aktuell weisses Gewandt ablegen und wieder in die Farbe der Post schlüpfen - hat das Trio mit einem entsprechenden Vorstoss bei der Aargauer Regierung deponiert.

«Es geht um die Einheit», begründet Richard Plüss den aus seiner Sicht nötigen Farbwechsel. «Jedes Kind weiss, dass das Postauto gelb ist», doppelt Jörg Hunn nach. Es habe nie einen plausiblen Grund für weisse Busse gegeben. Dabei geht es den beiden Grossräten weniger um Nostalgie, viel mehr sei die Wiedererkennung eines öffentlichen Verkehrsmittels, das nun mal gelb sei, von grosser Bedeutung.

A-Welle sollte optisch verankert werden

Das sieht die Abteilung Verkehr im Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) jedoch anders. Bei der Einführung des neuen Designs für den Tarifverbund A-Welle argumentierte der damalige Leiter des öffentlichen Verkehrs, Walter Zimmermann, man wolle den Wildwuchs auslichten und den hoffnungslos überforderten Fahrgästen helfen.

Konkret: der Kanton hegte die Absicht, den Tarifverbund A-Welle optisch in den Köpfen der Fahrgäste zu verankern. Aus der angestrebten Einheit wurde allerdings nichts: Das Fricktal liegt im Tarifverbund Nordwestschweiz, seine immerhin 40 gelben Postautos behalten die gelbe Farbe. Selbst der Kantonshauptstadt bleiben wenige gelbe Postautos erhalten.

Das Design muss stimmen

Plüss mokiert sich ob ebendiesem Manko, dass die Fricktaler Postautos ja heute noch gelb seien. Damit habe man das Ziel einer einheitlichen Farbgebung ohnehin nicht erreicht. Für Hunn ist die Identität eines Betriebes entscheidend: «Der Auftritt eines Unternehmens scheint mir sehr wichtig. Wenn das Design stimmt, gibt es für mich keinen Grund dieses zu ändern.»

Rolf Thallinger von der Postauto Schweiz AG unterstützt den SVP-Vorstoss: «Wir haben zwar offiziell keine Kenntnis davon. Es ist jedoch in unserem Interesse, dass die Postautos in einer einheitlichen Farbe unterwegs sind.» Mit einheitlich meint Thallinger ganz klar die Farbe Gelb. Sie stehe für die Marke Post.

Entscheid frühestens in drei Monaten

Über 50 Grossräte haben sich der Forderung des SVP-Trios bereits angeschlossen. Was offen bleibt, ist die Finanzierung: «Ob der Kanton das Geld für die neue-alte Farbe zur Verfügung stellt, ist fraglich», sagt Plüss. Nun liegt es an der Regierung, über den Vorstoss zu befinden. Frühestens in drei Monaten wird sich dann der Grosse Rat zur Farbgebung der Postautos äussern müssen.

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