Bieramisu
Süsse Stadfesteröffnung: 600 Portionen «Bieramisu»

Kollegen aus der Gastroszene setzen in Bremgarten eine verrückte Idee in die Tat um. Zu einem Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde reicht es noch nicht. An der offiziellen Festeröffnung «800 Jahre Stadtrecht Bremgarten» am Donnerstag um 17 Uhr kann man ein delikates Dessert geniessen. Beim Spittelturm verteilt das Fest-OK kostenlos «Bieramisu».

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Bieramisu in Bremgarten

Bieramisu in Bremgarten

Aargauer Zeitung

Lukas Schumacher

«Bieramisu»? Ist das nicht die fast ähnlich klingende italienische Süssspeise mit dem Grossbuchstaben T, angereichert mit Gerstensaft? «Ja und nein», schmunzelt «Löwen»-Gerant Arben, den man im Reussstädtchen Beni nennt. «Unser Dessert weist alle Zutaten für Tiramisu auf, mit Ausnahme von Espresso. Den Kaffee ersetzen wird durch wenige Tropfen Bier.»

In der genussfertigen Nachspeise kann man den beinahe homöopathischen Bierzusatz selbst bei grösster Konzentration nicht herausschmecken. Daher dürfen sich am süssen Festeröffnungs-Mümpfeli sehr wohl auch Kinder gütlich tun sowie Erwachsene, die Bier normalerweise verschmähen.

Schufterei im «Löwen»

Unter Aufsicht des Aargauischen Lebensmittelinspektorats ging die aufwändige Herstellung der Süssspeise vonstatten. Am Mittwochnachmittag schufteten im «Löwen» die vier Kollegen Albert, Beni, Antonio und Patrik, die beruflich alle in der Gastrobranche tätig sind. Sie schlugen in Zweierteams frische Eier auf, trennten Eiweiss und Eigelb, rührten, fügten Mascarpone hinzu, beträufelten die Löffelbiskuits mit Bier, bestäubten die Biskuits mit Schokoladepulver und schichteten säuberlich die Creme aus Mascarpone, Eigelb und Eischnee über die Biskuits. Eine zweite Schicht wurde aufgetragen, ehe der Behälter im Kühlschrank verschwand. Bis am Abend stand das fleissige Quartett im Einsatz, wobei ihm weitere Berufskollegen und einige freiwillige Helfer unter die Arme griffen.

50 Kilo wurden hergestellt, was laut Benis Berechnungen 630 Dessertportionen ergeben dürfte. Den Grossteil der Zutaten und Materialien spendeten lokale Gewerbler. Als «Bieramisu»-Erfinder gilt der Braumeister des Ittinger Klosterbräus.

Testlauf für Weltrekordversuch

Beni und seine Leute wollten am Stadtfest ursprünglich den Weltrekord im frisch zubereiteten Tiramisu brechen, der bei 782 Kilo steht. Aus Zeit- und Kostengründen blieb das Projekt auf der Strecke. Aufgeschoben ist laut Beni nicht aufgehoben: «Wir betrachten das Stadtfest als Testlauf und wollen den Weltrekordversuch voraussichtlich in zwei Jahren unternehmen.»