Feuerwehr
Superpuma und Alouette im Dienste der Feuerwehr

Was tun, wenn es in einem abgelegenen Hof brennt und zu wenig Löschwasser vorhanden ist? Im Rahmen einer Übung wurde dieses Problem mithilfe von zwei Armeehelikoptern von der Feuerwehr Seengen gelöst.

Drucken
Teilen
Superpuma und Alouette im Dienste der Feuerwehr

Superpuma und Alouette im Dienste der Feuerwehr

Hanny Dorer

«Das war eine tolle Übung», lautete der einhellige Kommentar der Seenger Feuerwehrleute nach der Übung vom Dienstagabend beim Bauernbetrieb Neuhof von Max Hauri. Für einmal wurde ihnen das zum Löschen benötigte Wasser von zwei Armeehelikoptern geliefert, einem Superpuma Modell Cougar, und einer Alouette 3.

Eingefädelt wurde diese Übung von Oberstleutnant Rolf Bohler. Als Mitglied des Stabes Luftwaffe hat er in der Zelle Ausbildung die Aufgabe, die Arbeiten auf den diversen Militärflugplätzen zu überprüfen. Gegenwärtig ist er in der Airbase Alpnach im Einsatz. Das dort stationierte Lufttransportgeschwader verschob diese Woche zur Lenkwaffenstellung Bettwil, um von dort aus zuoperieren.

Realistischer Einsatz

Als ehemaliger Angehöriger der Feuerwehr Seengen packte Bohler die Gelegenheit, einen so genannten Spontanhilfeeinsatz für die Feuerwehr und gleichzeitig einen realistischen Einsatz für die Helipiloten zu organisieren. «Normalerweise würde ein Hilfegesuch an die Armee über den regionalen und den kantonalen Führungsstab laufen und Hilfe wäre erst nach etwa 6 Stunden zu erwarten», erklärte er.

«Brand» in der Scheune

Das von der Feuerwehr ausgesteckte Szenario war klassisch und durchaus realistisch: Brandausbruch in der Scheune, wegen Rauchentwicklung Einsatz unter Atemschutz, drei Personen zu retten. Einsatzleiter war Kommandant Ruedi Sandmeier. In Absprache mit Oberleutnant Mario Breitler wurde sichergestellt, dass sich keine Leute auf der Einflugschneise der Helikopter befanden, und auch sonst sollten sich die Zuschauer in sicherer Entfernung aufhalten.

Kaum hatten die Feuerwehrleute das Ausgleichsbecken aufgestellt und die Motorspritze, die das Wasser zum Tanklöschfahrzeug pumpen sollte, in Betrieb genommen, näherte sich bereits die Alouette 3 mit den ersten 250 Litern Wasser. Zwei Feuerwehrleute hielten das Becken fest, und mit höchster Präzision leerte Pilot Silvio Graf das Wasser ins Becken, fast ohne einen Tropfen danebenzugiessen.

Für den Superpuma war die Aufgabe schon schwieriger: Sein Wasserbehälter mit den rund 2500 Litern war fast so gross wie das Becken und füllte dieses praktisch. Trotz der hohen Präzision kamen die beiden Feuerwehrleute am Becken ab und zu in den Genuss einer Dusche.

Eine halbe Stunde lang flogen die beiden Helikopter abwechselnd zum Hallwilersee und wieder zurück. Parallel dazu lösten die Feuerwehrleute bei der Scheune die ihnen gestellten Aufgaben.

«Übung erfüllt»

Als Top-Einsatz qualifizierte die Übungsleitung die Arbeit der Feuerwehr. Gelobt wurden insbesondere die Patientenbetreuung und das Absuchen des Gebäudes unter Atemschutz. «Übung erfüllt» lautete das Fazit. Auch aus Sicht des Militärs war die Übung erfolgreich. «Einzig das Ausgleichsbecken sollte für einen Superpuma-Einsatz etwas grösser sein», bemerkte Helipilot Silvio Graf.

Aktuelle Nachrichten