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Superman gesucht

Neu organisiert: Die Gemeindeversammlung schickt die Verwaltung «strukturgestärkt in die Zukunft». (Bild:  Maddalena Tomazzoli Huber)

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Neu organisiert: Die Gemeindeversammlung schickt die Verwaltung «strukturgestärkt in die Zukunft». (Bild: Maddalena Tomazzoli Huber)

In Biberist wird die Stelle eines Leiters Zentrale Dienste ausgeschrieben. Der Gesuchte soll gemäss dem neuen Verwaltungsorganigramm mittelfristig sowohl die Funktion des Gemeindeschreibers, des Finanzverwalters und Verwaltungsleiters übernehmen.

Anne-Regula Keller

Seit April 2008 hat Biberist die Finanzverwaltung ad interim an Peter Kofmel ausgelagert. Eine Rats-Arbeitsgruppe befasste sich seither mit der Verwaltungsoptimierung. Im Februar beauftragte der Gemeinderat Thomas Blum, Pumag Consulting AG, Bern, mit der Projektleitung einer Gesamtüberprüfung der Verwaltungsstruktur. Das Resultat nahm er am 9. September unter Ausschluss der Öffentlichkeit zur Kenntnis und beschloss das weitere Vorgehen. Die Verwaltungsreform ist in der Gemeindeordnung (GO) und der Dienst- und Gehaltsordnung (DGO) festgeschrieben, die beide nach langer Diskussion in der neuen Version genehmigt wurden, die GO mit 39 zu 18 Stimmen, die DGO mit 47 zu 7 Stimmen.

Verwirrliche Funktionszuordnungen

Das neue Organigramm sieht neben der Schul- und der Bauverwaltung (die regionalisierten Sozialen Dienste haben einen Spezialstatus) eine neue Verwaltungsabteilung vor: Zentrale Dienste. Deren Leiter ist Finanzverwalter und Vorgesetzter für Kanzlei, Präsidialadministration und Finanzabteilung. Er ersetzt den Gemeindeschreiber, der in Frühpension geschickt wird. Von seinem 100-Prozent-Pensum sind zunächst 30 Prozent für den Aufbau der neuen Strukturen vorgesehen. Später gehören stattdessen die 30 Prozent der Leitung über die gesamte Verwaltung dazu, die bis dann Gemeindepräsident Martin Blaser versieht. An sich ist die Reorganisation kostenneutral.

Die Stellen- und Funktionsbezeichnungen führten zu Verwirrungen und zu langen Diskussionen. Zudem bezweifelten einige, dass man die gesuchte «eierlegende Wollmilchsau» finden und auch bezahlen könne. Der Rückweisungsantrag der SVP hatte aber keine Chance.

Mehr Gewerbeland, nicht Steueranreiz

Dem budgetierten Steuerfuss von 130 Punkten für natürliche und juristische Personen stellte die SVP eine Senkung auf 110 Punkte für letztere gegenüber. Urs Zeltner (CVP) betonte, dass man nicht wegen zu hoher Steuern Gewerbebetriebe verloren habe, sondern mangels Liegenschaften keine neuen anlocken konnte. «Das müssen wir über die Ortsplanrevision lösen.» 130 Steuerpunkte für alle bleiben - ohne Gegenstimme, nachdem der SVP-Antrag abgelehnt war. Auch deren Antrag, auf Beiträge an Hilfsprojekte zu verzichten, so lange die Gemeinde rote Zahlen budgetiere, wurde klar abgelehnt. Rolf Teuscher wollte für die Umsetzung von Tempo 30 im Oberwaldquartier und die Parkplatzbewirtschaftung auf dem Afeg-Areal je einen Betrag ins Budget aufnehmen. Das gehe nicht, wenn der Rat gar keinen Budgetposten dafür vorgesehen habe, beschied der Gemeindepräsident. Der Voranschlag mit 24 700 Franken Aufwandüberschuss bei einem Aufwand und Ertrag von 40,0 Mio. Franken wurde ohne Gegenstimme genehmigt.

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