Suizidprävention: In Aargauer Gefängnissen werden Handtuchhaken nur noch angeklebt
Suizidprävention: In Aargauer Gefängnissen werden Handtuchhaken nur noch angeklebt

Die Aargauer Behörden verstärken die Suizidprävention. Auslöser ist der Freitod des Messerstechers von Bergdietikon. Der 41-Jährige erhängte sich im Oktober 2009 in seiner Zelle, obwohl ihn der Gefängnisarzt als nicht akut suizidgefährdet eingestuft hatte.

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baden bezirksgefängnis.jpg

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Solothurner Zeitung

Der 41-jährige Schweizer P. S. hatte im Juli versucht, seine schlafende Frau zu erstechen. Er sass im Bezirksgefängnis Aarau. Zwei Tage vor seinem Freitod wurde er von einem Gefängnisarzt als «nicht akut suizidgefährdet» eingestuft. Er erhängte sich am 10. Oktober 2009 in seiner Zelle.

Jetzt haben die Behörden die Suizid-Prävention verstärkt: «Die fest montierten Handtuchhaken und Handtuchstangen wurden durch selbstklebende Halterungen ersetzt», sagt Samuel Helbling vom Departement Volkswirtschaft und Inneres. «Zudem wurden bei Regalen und Gestellen die Kanten abgerundet und kleine Scharniervorsprünge abgeschrägt. Ferner werden die Strom- und Antennenkabel der TV-Geräte in den Zellen verkürzt.»

Die Umsetzung ist noch nicht ganz abgeschlossen, da insbesondere in Mehrfachzellen Leitungen neu gelegt werden müssten, damit das TV-Gerät so platziert werden könne, dass dieses von den Gefangenen einsehbar ist.