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Suhrer sagen dem Tram Adieu

Letzte Gelegenheit, den neuen WSB-Tunnel beim Pfister in Suhr zu begehen, war am Samstag.

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Letzte Gelegenheit, den neuen WSB-Tunnel beim Pfister in Suhr zu begehen, war am Samstag.

Baustelle der WSB-Unterführung Bernstrasse stand Bevölkerung offen.

Im Dezember 2010 ist es so weit: Die Wynental- und Suhrentalbahn (WSB) verlässt die alte Linienführung entlang der Tramstrasse in Suhr und verkehrt auf dem alten SBB-Trassee durch die neue Unterführung der Bernstrasse Ost. Am Samstag informierten die Bauherrschaft und der Gemeinderat die Bevölkerung anlässlich eines Apéros über die Bauarbeiten.

Während des kleinen Tunnelfestes wurden die 300 Besucher von der Suhrer Musig verpflegt. «Die neue Unterführung ist ein Jahrhundertwerk für die Gemeinde Suhr», meinte der Gemeindeammann Beat Rüetschi sichtlich begeistert. «Die Eigentrassierung bedeutet eine einschneidende Veränderung und soll unter anderem die Quartiere des Dorfes näher zusammenbringen.»

Pläne für die Eigentrassierung der WSB existierten schon lange, der Durchbruch im Grossen Rat erfolgte allerdings erst 2006. Nun wird auf der Baustelle in Suhr bereits seit elf Monaten gearbeitet. Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf 90 Millionen Franken, wovon 15 Millionen Franken für die Unterführung eingesetzt werden.

Stau-Frust, Tram-Nostalgie

Der neue Tunnel als Teil des «Gesamtkonzepts Verkehr Suhr» bringt einige verkehrstechnische Änderungen. Die Schienenführung wird endgültig von der Strasse getrennt und damit wird die Sicherheit für alle Verkehrsbeteiligten erhöht. Neu können die Benützer des öffentlichen Verkehrs bequem am Bahnhof Suhr zwischen WSB und SBB umsteigen. Durch das zweite SBB-Gleis in Richtung Lenzburg werden die Schliesszeiten der Bahnschranken an der Bernstrasse Ost erheblich verkürzt.

Ist das Verkehrsproblem in Suhr nun gelöst? «Nein», sagt Beat Rüetschi, «aber die Situation wird auf jeden Fall verbessert.» Die täglich ungefähr 24 000 Fahrzeuge, welche Suhr durchqueren, würden bleiben. Staus könnten nicht vermieden werden. «Als nächsten Schritt brauchen wir eine Ostumfahrungsstrasse», so Rüetschi.

«Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass das Tram nicht mehr da ist. Es gehörte bisher einfach zu Suhr und es wird mir fehlen», meinte eine Besucherin nostalgisch. Bald werden auch andere Suhrer über die gute alte Zeit sprechen, als die WSB noch mitten durchs Dorf fuhr. (fmü)

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