Bettina Nägeli

Die kühle Herbstluft treibt den Laufenden vorwärts. Verschiedenartige Düfte locken den Hungrigen in dieselbe Richtung, und fröhliches Stimmengewirr von zahlreichen Menschentrauben ködert den Gesellschaftsliebenden ebenfalls dorthin - genauer zur Markthalle. Kaum gefangen im bunten Treiben des «Glatte Märit», zieht es jeden den Gang entlang, immer dem Tempo des Besucherstroms entsprechend.

Der Rundgang der Verkaufsmesse, als welche der «Glatte Märit» in erster Linie doch gilt, offenbart dem Besucher denn auch alles, was sich zwischen Dringlichkeit und Überfluss, zwischen Nützlichkeit und Luxus einordnen lässt. Er wird am einen Stand über die neusten Innovationen im Bereich der Nähmaschinen informiert und erfährt an anderer Stelle, welche Matratze den Rücken besonders schont, um wenige Schritte weiter stilvolle Wohnungseinrichtungsgegenstände zu bewundern. So wird inmitten von Laufenden und Schwatzenden, gut Gelaunten und Staunenden vom Angebot des Produktedschungels gekostet, kontrolliert, getestet, degustiert - und nicht zuletzt auch gekauft.

Zwischen «Sehen...

«Die Grittibänze sind der Renner», bemerkt sodann Priska Fahrni am Stand der Bäckerei Felber, während sie laufend Bestellungen entgegen nimmt und die Bänze entweder direkt in die wartenden Hände gibt oder aber diese zum Mitnehmen verpackt. «Schnell muss es gehen, die Besucher sollen schliesslich nicht warten müssen», erklärt Fahrni beschäftigt.

Emsig geht es auch am Verkaufsstand der Just AG her: Verkaufsberater Markus Vasold präsentiert verschiedenartigste Duftproben pflanzlicher Körperpflege- und Kosmetikprodukte, von denen sich gerade die Frauen angetan zeigen. «Just-Produkte werden in keinem Laden verkauft, sondern vielmehr über den persönlichen Kontakt», erläutert Vasold nachfolgend die Bedeutsamkeit von Verkaufsmessen für das Unternehmen aus Walzenhausen.

...und gesehen werden»

Während sich das Arbeitstempo vieler Stände demzufolge gemäss der Besuchermenge richten muss, geniesst an mehreren Ständen Anderes Priorität: Da gehen Visitenkarten von der einen Hand in die andere und die Hektik der anonymen Besuchermasse weicht einem persönlichen Gespräch unter vier Augen. «Der Geschäftsabschluss steht für uns hier sicherlich nicht an erster Stelle», meint etwa Monika Duppenthaler von der Rieder Immobilien AG. Vielmehr sei die im «Glatte Märit» integrierte Oberaargauer Immobilienmesse eine geeignete Plattform, um als Firma wahrgenommen zu werden, sich zu präsentieren und sich für die Leute abseits des Arbeitsalltags Zeit zu nehmen.

Ähnlich lautet die Aussage der Geschäftsinhaberin der Dropa Drogerie Staedeli, Fretzi Staedeli: «Ich freue mich vordergründig über interessierte und aufgestellte Besucher am ‹Glatte Märit›.» Sie habe in der angenehmen Atmosphäre der Verkaufsmesse manche gute Gespräche mit Personen verschiedenster Generationen geführt. «Diese Gelegenheiten kommen im Laden oft zu kurz.» Wenn also nicht mit einem Einkauf in der Tasche, so verlassen die meisten Besucher den «Glatte Märit» zumindest mit einem Mehr an Informationen, mit von Leckereien gefüllten Bäuchen oder aber um den einen oder anderen Kontakt reicher.