Strolchenfahrt in Reinach vor Gericht

Eine Beizentour am Heiligabend 2007 endete vor der Bäckerei Schulz. Das Urteil steht noch aus.

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Aargauer Zeitung

Peter Siegrist

Der Angeklagte Albert (Name geändert) stand in Unterkulm allein vor dem Einzelrichter, Gerichtspräsident Christian Märki. Albert hatte am 24. Dezember 2007 in Reinach einen spektakulären Selbstunfall verursacht und dabei einen Sachschaden von über 36 000 Franken verursacht.

Albert äusserte, viel gäbe es da nicht mehr zu sagen. Er war geständig, widersprach zu keinem der neun Anklagepunkte und betonte, dass er keinen Alkohol mehr trinke. Am Heiligen Abend 2007, nach dem Nachtessen mit seiner Familie, traf sich Albert in Menziken mit Kollegen in einem Pub, trank Alkohol, zog weiter zur Coop-Tankstelle in Reinach. Hier deckte er sich mit Spirituosen ein und verschob sich - bereits unterwegs seinen Durst löschend - in ein Restaurant auf der Beinwiler Höhe.

Schlüssel ja - Ausweis nein

Hier kam es zum Verhängnis: Ein Kollege hatte seine Autoschlüssel vor sich liegen. Albert spielte damit herum, nahm sie an sich, bestieg das Auto des Kollegen und fuhr los. Stark alkoholisiert (1,8 Promille) und viel zu schnell fuhr er Richtung Reinach, überquerte die Einmündung Viehmarktstrasse, verlor die Herrschaft über das Auto und landete vor dem Backstubeneingang der Bäckerei Schulz. Albert fuhr den Zaun nieder und Schulzens Auto zu Schrott. Angeschnallt war er nicht, blieb aber dennoch unverletzt und verliess die Unfallstelle zu Fuss.

Den Kollegen hineingezogen

Vor der Polizei zog er den Autobesitzer ins Verfahren hinein, weil er fälschlicherweise behauptete, dieser habe ihn mit dem Auto geschickt, Geld zu holen. Der Fahrausweis war Albert bereits vorher auf unbestimmte Zeit entzogen worden und ein Gutachten attestierte ihm ein Alkoholproblem. Albert bestätigte, dass er bereits mit 12 Jahren zu Kiffen begann und später regelmässig trank.

Seit zwei Jahren sei er unter ärztlicher Kontrolle und trinke nicht mehr, sagte er aus. Er arbeite heute an einer festen Stelle, dies auch als er wegen eines anderen Deliktes in Halbgefangeschaft gewesen war. Der Gerichtspräsident hat das Verfahren sistiert, und holt zuerst vom behandelnden Arzt ein Gutachten zum Alkoholproblem ein, um eine Prognose für die Beurteilung zu haben. Dem Angeklagten drohen eine unbedingte Geldstrafe von 240 Tagessätzen à 90 Franken, der Vollzug einer Reststrafe von 18 Tagen Gefängnis, sowie eine Busse von 500 Franken.

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