Streit ums Kruzifix: JUSO würde Schulen verklagen

Die Kruzifix-Diskussion entfacht von neuem. Wenn die Kruzifixe in den Klassenzimmern nicht verschwinden, schliesst die JUSO auch den Gang vor Gericht nicht aus.

Maja Sommerhalder

«Das Kruzifix-Verbot ist ein Bundesgerichtsentscheid. Daran gibt es nichts zu rütteln», sagt Andrea Arezina, Co-Präsidentin der Jungsozialisten Aargau (JUSO). Ihre Partei verschickte am Donnerstagabend ein Mail an die Leiter der Schulen Wohlen-Bünzmatt, Sins, Boswil forderte sie dazu auf Kruzifixe aus ihren Schulzimmern zu entfernen.

Grund war ein Artikel, der in dieser Zeitung am 12. November erschien. Darin sagten die angeschriebenen Schulleiter, dass ihre Klassenräume noch mit Kruzifixen ausgestattet sind. «Kruzifixe gehören bei uns zur Grundausstattung und sind Tradition», sagte der Rolf Stadler, Leiter des Wohler Schulhauses Bünzmatt gegenüber dieser Zeitung.

Er sah keinen Grund diese zu entfernen: «Bisher hat sich noch niemand daran gestört, obwohl viele Schüler Ausländer sind.» Die JUSO stört diese Tradition allerdings. «Religion gehört in die Privatsphäre und nicht in den öffentlichen Raum», schrieben sie an die Schulleiter. Dieses Schreiben sei keineswegs heisse Luft, sagt Andrea Arezina von der Juso: «Ziel ist es, dass die Schulen das Kruzifix entfernen.»

Wenn sie dieser Forderung nicht nachgehen, suchen die JUSO das Gespräch. «Sie müssen diesen Bundesgerichtsentscheid umsetzen. Alles andere steht nicht zur Diskussion.» Sonst wäre der Gang vor das Gericht eine Möglichkeit: «Ich glaube, aber nicht dass es soweit kommt.» Unterdessen wollen die Schulen Wohlen-Bünzmatt und Boswil erstmals abwarten, in Sins denkt man nicht daran, die Kruzifixe zu entfernen.

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