Maja Sommerhalder

«Ihre Aktion ist eine effekthascherische Schaumschlägerei, welche eine kurzzeitige, dafür umso grössere Aufmerksamkeit erregen soll.» Mit diesen Worten wandte sich Franz Hollinger, Parteipräsident der CVP Aargau, an die Jungsozialisten Aargau (Juso). Grund für seinen Ärger ist ein Artikel, der in der Aargauer Zeitung am letzten Samstag erschien. Darin fordern die Juso, dass die Schulen Wohlen-Bünzmatt, Sins und Boswil die Kruzifixe aus ihren Räumen entfernen sollen. Die Partei beruft sich auf einen Bundesgerichtsentscheid von 1990, welches Kruzifixe in Schulen verbietet.

«Kruzifixe haben ihre Berechtigung»

«Die bedingungslose Forderung der Juso lässt sich nicht halten. Weltanschauliche und religiöse Ansichten sind generell nicht nie in Stein gemeisselt», sagt CVP-Präsident Hollinger und weisst darauf hin, dass das Bundesgericht noch 1993 die Befreiung vom Schwimmunterricht aus religiösen Gründen akzeptierte: «2008 nahm das Bundesgericht eine Praxisänderung vor und anerkannte diesen Dispens nicht mehr.»

Will der CVP-Mann die Kruzifixe in den Schulzimmern retten? «Natürlich bin ich der Meinung, dass religiöse Symbole in gewissen Schulen Tradition sind und ihre Berechtigung haben.» Es gehe aber nicht um einen Kreuzzug für das Kruzifix: «Bisher haben Kruzifixe in den Schulen niemanden gestört. Mich stört aber, dass die Juso aus etwas ein Problem machen, das kein Problem ist.»

Weitere Stimmen und Reaktionen zur umstrittenen Kruzifix-Forderung der Juso, lesen Sie morgen in der Aargauer Zeitung.