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Streit um Weihnachtsbeleuchtung

Markus Jeanneret erarbeitete ein Konzept zur Weihnachtsbeleuchtung auf dem Ernst Feigenwinter-Platz. Das Konzept wird umgesetzt – ohne dass er davon erfährt.

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Baum

Baum

bz Basellandschaftliche Zeitung

Muriel Mercier

«Die Idee der Weihnachtsbeleuchtung auf dem Ernst Feigenwinter-Platz habe ich entworfen. Die Zunft zu Rebmessern hat den Vorschlag einfach gestohlen», ärgert sich Markus Jeanneret.

Im Oktober erhielt der Beleuchtungstechniker von Santa Claus GmbH von der Zunft zu Rebmessern den Auftrag, eine Offerte für ein Beleuchtungskonzept auf dem Ernst Feigenwinter-Platz zu erstellen. Dort führt die Zunft jedes Jahr ein Weihnachtskonzert auf. Erfahrung mit dem Installieren von Weihnachtsbeleuchtung hat Jeanneret genug - seit über zehn Jahren kümmert er sich um die Lichterpracht während der Weihnachtszeit. «Unter anderem habe ich die grossen Tannenbäume in Basel beim Badischen Bahnhof sowie auf dem Marktplatz geschmückt.» Zudem sei er für die Lichter am Rümelinsplatz oder auch in der Eisengasse verantwortlich.

Innerhalb nur weniger Tage also präsentierte Jeanneret der Zunft zu Rebmessern zwei Konzeptvorschläge. «Die Zunftmitglieder wollten, dass ich einen grossen Tannenbaum schmücke.» Jeanneret war aber der Meinung, der bis zu acht Meter hohe Baum würde die Sicht für die Bevölkerung versperren. «Deswegen habe ich vorgeschlagen, die sieben kahlen Laubbäumchen auf dem Platz zu beleuchten», erklärt er. Doch eine Antwort bekam er nicht - keines der Zunftmitglieder meldete sich mehr bei ihm.

Suche nach dem billigsten Anbieter

Umso grösser dann war Jeannerets Frust, als er Ende November über den Ernst Feigenwinter-Platz lief und bemerkte, dass die sieben Laubbäumchen tatsächlich mit Tausenden feinen Lämpchen beschmückt worden waren. «Ich habe in Reinach Privatkunden, die mir davon erzählt haben.» Sogleich nahm Jeanneret Kontakt mit den Zunftmitgliedern auf.

Doch Zunftmeister André Sprecher versteht nicht, inwiefern sich die Zunft ungerecht verhalten haben soll. «Wir haben von Markus Jeanneret lediglich eine Offerte verlangt.» Weihnachtsbeleuchtung könne man ja schliesslich überall kaufen und die Zunft habe den günstigsten Anbieter gesucht. Mehr möchte er dazu nicht sagen.

Mit diesen Erklärungen gibt sich Jeanneret nicht zufrieden. Er ärgert sich nicht nur darüber, dass er den Auftrag nicht erhalten hat. «Es ist nicht richtig, mich nicht über den Stand der Dinge zu informieren. Das macht man nicht.» Auch die Begründung, man habe nach einem billigen Anbieter Ausschau gehalten, akzeptiert er nicht. «Ich habe den Zünftlern angeboten, die Lichter an nur einem Baum anzubringen. Ich hätte ihnen gezeigt, wies geht und ihnen die anderen sechs Bäume überlassen.» Das wäre ein Arbeitsaufwand von nur rund vier Stunden gewesen.

Obwohl enttäuscht, dass er die Lämpchen an den Bäumen auf dem Ernst Feigenwinter-Platz nicht selber anbringen durfte, kann er zugeben: «Die Weihnachtsbeleuchtung sieht sehr schön aus.» Jeanneret will die Geschichte nun hinter sich zurück lassen. «Ich streite nicht mit der Zunft um mein Werk. Die Reinacherinnen und Reinacher sollen ihre Meinung selber bilden.»

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