Dietikon

Strafuntersuchung gegen Armbruch-Opfer eröffnet

Anfang April warf ein 46-jähriger Mann auf Tele Züri der Dietiker Stadtpolizei vor, ihm absichtlich den Arm gebrochen zu haben. Nun läuft ein Strafverfahren gegen ihn wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte.

Bettina Hamilton-Irvine

Die zwei Versionen der von Tele Züri Anfang April publik gemachten Geschichte decken sich kaum: Der Vorwurf des 46-jährigen S. A., Dietiker Stadtpolizisten hätten ihm absichtlich den Arm gebrochen, wurde vom Dietiker Sicherheitsvorstand Heinz Illi kategorisch zurückgewiesen.

Nun wird untersucht, was an diesem Samstagabend, dem 3.April, wirklich geschah. «Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Herrn eine Strafuntersuchung eröffnet betreffend Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte», sagt Stadtschreiberin Karin Hauser. Gemäss dem Schweizerischen Strafgesetzbuch ist dies ein Offizialdelikt – das heisst, es muss vom Amtes wegen verfolgt werden.

Zusätzlich können die Polizisten auch noch Strafantrag für weitere Delikte stellen, wie Hauser erklärt. «Ob sie diesen Strafantrag stellen wollen oder nicht, ist jedoch ihre Entscheidung», so die Stadtschreiberin.

Von Security vor die Tür gestellt

Die Geschichte, die A. am 6.April auf Tele Züri erzählte, tönte jedoch um einiges anders: Dietiker Polizisten hätten ihn ausserhalb der Stadthalle, wo er ein Fest besucht habe, grundlos aufgegriffen, kontrollieren wollen und in Folge absichtlich den Arm gebrochen, sagte er.

Von der Limmattaler Zeitung auf die Anschuldigungen angesprochen, beschrieb der Dietiker Sicherheitsvorstand Heinz Illi am folgenden Tag die Geschehnisse so: Der Mann habe der privaten Security-Firma, welche für das Fest angestellt gewesen sei, schon den ganzen Abend über massiv Probleme bereitet – bis diese ihn schliesslich vor die Tür gestellt hätten. Daraufhin hätte er so lange randaliert, bis die Sicherheitsmänner zur Verstärkung die Stadtpolizei angefordert hätten, so Illi. Der Armbruch sei keine Absicht gewesen – es sei nur so weit gekommen, weil sich der Mann unkooperativ gezeigt, der Polizei gedroht und sogar ins Gesicht geschlagen habe.

Hat Polizei korrekt gehandelt?

Ob an der Geschichte wie sie von A. erzählt wird etwas dran ist, wird zurzeit ebenfalls geprüft. Wie Staatsanwalt Urs Hubmann von der Staatsanwaltschaft Limmattal-Albis auf Anfrage sagt, wird abgeklärt, ob gegen die Dietiker Polizisten ein Verfahren eingeleitet werden muss.

Da Beamte involviert seien, liege der Fall bei der Anklagekammer des Obergerichts des Kantons Zürich, so Hubmann. «Wenn es zu Unregelmässigkeiten seitens der Polizei gekommen ist, was bei einem Armbruch nicht auszuschliessen, muss ein Verfahren eingeleitet werden.»

Bis die Anklagekammer entschieden habe, dauere es im Regelfall zwei bis drei Monate, sagt Hubmann. Da der Entscheid jedoch noch angefochten werden kann, könne es auch länger dauern.

Meistgesehen

Artboard 1